Nach vier Mahnungen mit den Nerven völlig am Ende

Von: Christoph Lammertz
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Düren. So hatte sich Erwin B. die Adventszeit nicht vorgestellt. Nicht mit diesem Ärger und „einem Blutdruck von über 200”. Was den 75-jährigen Dürener die Vorweihnachtszeit vermiest hat, ist eine Auseinandersetzung mit den Stadtwerken Düren (SWD).

Nach vier Mahnungen, die ihn zu Unrecht erreichten, und der Drohung, den Strom abzudrehen, war er mit den Nerven am Ende. Inzwischen hat der Energieversorger den Fehler entdeckt und stellt ohne Umschweife klar: In diesem Fall ist alles schief gelaufen. „Trotz aller Bemühungen um einen optimalen Kundenservice werden dort, wo gearbeitet wird, Fehler gemacht”, sagt SWD-Sprecher Jürgen Schulz, der den Vorfall sehr bedauert.

Zur Chronologie: Seit Jahrzehnten ist B. Kunde des Energieversorgers. Und seine Rechnungen, beteuert er, habe er immer pünktlich bezahlt. So kann man sich seine Verwunderung vorstellen, als er am 1. Oktober eine Zahlungsaufforderung im Briefkasten fand. „Sicher ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen...”: 169,28 Euro möge er bitte auf das SWD-Konto überweisen. Der Senior vermutete einen Fehler beim Unternehmen und wandte sich schriftlich mit der Bitte an die Stadtwerke, die Angelegenheit zu prüfen.

Die nächste Post kam am 4. November. Doch das Schreiben brachte B. nicht die erhoffte Erleichterung: Inzwischen forderte der Energieversorger 219,28 Euro von ihm. Wieder bat der Dürener schriftlich um Prüfung. Wieder kam wenig später das nächste SWD-Schreiben: eine Zahlungsaufforderung über 269,28 Euro. Erwin B.´s drittes Schreiben folgte und die nächste Zahlungsaufforderung am 30. November - diesmal über 395,16 Euro, garniert mit der Androhung, die Energielieferung einzustellen. „Meine Frau und ich waren mit den Nerven am Ende”, sagt der 75-Jährige.

Kürzen wir den Fall an dieser Stelle ab: Am 7. Dezember erreichte B. das nächste SWD-Schreiben. Man habe seine Zahlungen auf ein anderes Konto gebucht, bitte um Entschuldigung und hoffe, dass er sich über einen 15-Euro-Gutschein für die IG-City-Geschäfte freue. „Selbst bei diesem Schreiben ist noch etwas schief gelaufen”, sagt SWD-Sprecher Schulz. „Es sollte eigentlich ein 50-Euro-Gutschein sein.”

Schulz hat sich persönlich bei dem 75-Jährigen entschuldigt und angeboten, einen weiteren Wiedergutmachungsgutschein vorbeizubringen. Doch noch will sich der Senior nicht beruhigen. „Fehler können ja passieren”, sagt er. „Aber es darf nicht sein, dass ich vier Mal schriftlich und einmal telefonisch darauf aufmerksam machen muss, bis endlich jemand die Sache ordentlich prüft. Was ist denn mit Leuten, die sich nicht so ausdauernd wehren?”
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