Nach Schlägerei: 39-Jähriger wegen Körperverletzung angeklagt

Von: hp
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Holzhammer zu Auto
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Düren. Für einen 39-Jährigen aus Düren ist der Alltag so sehr durcheinander geraten, dass er sich jetzt vor dem Schöffengericht verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann gefährliche Körperverletzung vor. Am 19. November 2011 war er mit dem neuen Lebensgefährten seiner damals von ihm getrennt lebenden Ehefrau heftig aneinander geraten.

Der Streit auf dem Hof des gemeinsamen Hauses artete zur Schlägerei aus, an deren Ende der Kontrahent mit schweren Verletzungen ins Aachener Klinikum gebracht werden musste. Auf dem Transport dorthin erlitt er einen Herzinfarkt.

Der Angeklagte schilderte dem Gericht, dass er damals schon einige Zeit von seiner Ehefrau getrennt lebte. Jenen Tag sollte die gemeinsame Tochter mit dem Vater und dessen neuer Freundin verbringen. Die Freundin habe jedoch andere Pläne gehabt. Der 39-Jährige, der seit 2008 in psychiatrischer Behandlung war, sah sich nach eigenem Bekunden mit der Situation überfordert und wollte seine Tochter deshalb zurück zur Mutter bringen. Auf dem Hof des Hauses sei dann der neue Freund der Ehefrau aufgetaucht. Die Eltern des Kindes hätten jedoch vereinbart, alle Dinge, die ihre Tochter betreffen, unter vier Augen und ohne Eifersüchteleien zu besprechen. Zudem behauptet der Angeklagte, der Neue seiner Ex-Frau hätte ihn zuerst angegriffen.

Wie dem auch sei: Der Angeklagte trat dem Lebensgefährten seiner Frau die Beine weg, so dass dieser stürzte und mit dem Kopf auf einem Stein aufschlug. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 39-Jährige auch noch auf den am Boden liegenden Mann eingeprügelt hat. Dieser erlitt schwere Verletzung am Kopf und im Gesicht.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Dr. Stephan Ebeling wollte angesichts des Prozessverlaufes noch kein Urteil sprechen, sondern erst medizinische Gutachten einholen. Dabei soll geklärt werden, ob und über welchen Zeitraum der Angeklagte seine Medikamente zur Behandlung depressiver Beschwerden nicht oder nicht ordnungsgemäß eingenommen hat. Außerdem dürften die daraus resultierenden Folgen beziehungsweise das psychische Verhalten von Bedeutung sein. Mit der Wiederaufnahme des Verfahrens ist in der ersten Jahreshälfte 2013 zu rechnen.

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