Nach Brand in Flüchtlingsunterkunft: Schäden größer als angenommen

Von: sj
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Nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft zeichnet sich ab, dass der Schaden größer ist als angenommen. Foto: Stephan Johnen

Niederzier. Nach dem Brand der Flüchtlingsunterkunft im früheren Kasino Niederzier am Donnerstag dauern die Ermittlungen der Polizei an. „Bislang wurde noch niemand in den Beschuldigtenstatus erhoben, die Vernehmungen haben aber Verdachtsmomente ergeben“, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage mit.

Vier Teams haben jeweils mit Hilfe eines Dolmetschers die 37 Bewohner der Unterkunft vernommen, alle Personalien wurden aufgenommen. Die Kriminalpolizei wird nun die 37 Protokolle auswerten und abgleichen. Dies könne „längere Zeit in Anspruch nehmen“. Ob sich Verdachtsmomente derart erhärten, um Strafanzeige stellen zu können, sei offen.

Einen Tag nach dem Brand zeichnet sich ab, dass der Schaden größer ist als angenommen. Ging die Gemeinde Niederzier zunächst von rund 30.000 Euro Reparaturkosten aus, rechnet Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) mittlerweile mit einem sechsstelligen Betrag. „Teile des Foyers sind in Mitleidenschaft gezogen worden, die gesamte Deckenkonstruktion muss erneuert werden, weil das Feuer unter die Decken gekrochen ist“, berichtet er.

Gutachter müssen noch untersuchen, wie weit Räume, die nicht direkt vom Feuer betroffen waren, aufgrund des Rauchgases dennoch saniert werden müssen. Aktuell sind die Bewohner der Unterkunft in der Notaufnahmeeinrichtung des Landes in Linnich untergebracht. „Mit der Bezirksregierung wird abzuklären sein, wie die künftige Unterbringung zu regeln ist“, sagte Heuser.

„Wir können die Menschen erst wieder aufnehmen, wenn das Kasino saniert ist“, betont er. Sollte es andere Entscheidungen geben, müsse die Gemeinde nach einer Notlösung suchen. „Ultima Ratio wäre eine Unterbringung in einer Turnhalle. Diese Lösung ist aus unserer Sicht aber keine gute Lösung“, sagt Heuser. Betroffen wäre die Turnhalle am Weihberg in Niederzier.

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