Nach Brand: Gemeinde muss 60 Flüchtlinge umquartieren

Von: ja
Letzte Aktualisierung:

Huchem-Stammeln. Bürgermeister Hermann Heuser spricht vom „Worst-Case-Szenario“, dem schlimmsten vorstellbaren Ereignis.

Nach dem vermutlich von einem 18-jährigen Marokkaner verursachten Brand in der Flüchtlingsunterkunft an der Stammelner Straße, musste die Gemeinde Niederzier in der Nacht zum Samstag rund 60 und nicht wie von der Polizei zunächst gemeldet 37 Flüchtlinge in das frühere Kasino am Niederzierer Ortsrand umquartieren. „Damit sind jetzt auch unsere letzten Kapazitäten erschöpft“, betont Heuser. Und das hat der Bürgermeister der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg auch bereits schriftlich mitgeteilt.

Wenn der Gemeinde in den kommenden Wochen weitere Flüchtlinge zugewiesen werden sollten, müsste eine erste Turnhalle herangezogen werden. „Das kann ich als Bürgermeister aber kaum verantworten“, erklärt Heuser.

Zwei Etagen schwer beschädigt

Wann die im Volksmund „Grünes Haus“ genannte Unterkunft in Huchem-Stammeln wieder bewohnt werden kann, ist indes noch unklar. Zwei Etagen seien vom Feuer schwer in Mitleidenschaft gezogen, vier Wohnungen etwas weniger, berichtet Heuser. Sachverständige messen seit Montag die Schadstoffbelastung. Danach erst kann die Sanierung in Angriff genommen werden. Hermann Heuser befürchtet Kosten im sechsstelligen Bereich, die erst einmal von der Versicherung der Gemeinde übernommen werden. Anders sieht der Fall für den Einsatz von Notarzt und Rettungskräften aus. Für die muss die Gemeinde ebenso aufkommen wie für die Behandlung der verletzten Personen und die nun entstehenden zusätzlichen Unterbringungskosten.

Die Ermittler der Dürener Polizei haben derweil festgestellt, dass das Feuer definitiv auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Ob vorsätzlich oder fahrlässig ist noch ungeklärt, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage.

Mangels Dolmetscher konnte der 18-Jährige noch nicht vernommen werden. Der am Freitagabend vorläufig festgenommene Marokkaner wurde wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Staatsanwaltschaft sah keinen Grund, ihn einem Haftrichter vorzuführen. Nach DN-Informationen soll er derzeit stationär in einer psychiatrischen Klinik untergebracht sein.

Ständige Betreuung

Der 18-Jährige soll in der Vergangenheit bereits mehrfach negativ aufgefallen sein. Das war auch der Grund, warum er alleine ein Zimmer in der Flüchtlingsunterkunft bewohnte. Heuser: „Als Ordnungsbehörde haben wir beantragt, dass er in Zukunft ständig betreut werden muss.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert