Mystisch-magische Momente beim Konzert „zwischen den Jahren“

Von: Hannes Schmitz
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Katharina Bergrath, Johannes Esser und Hub Nickel boten in der Joachimskirche ein Konzert voller emotionaler Tiefe, das höchsten Ansprüchen genügte. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Ein exzellentes Trio in einer außergewöhnlichen Besetzung mit einem nicht alltäglichen Programm, das für mystisch-magische Momente in der Pfarrkirche St. Joachim sorgte. Das Konzert zum Jahresausklang der Cappella Villa Duria umschmeichelte die Gemütslage „zwischen den Jahren“ und bot Exzellentes.

Eine fantastische Sängerin, ein herausragender Trompeter, ein ausgezeichneter Organist: Katharina Bergrath, Hub Nickel und Johannes Esser entführten in eine stimmungsvolle musische Welt voller Leichtigkeit, die jedem Zuhörer Zeit bot, sich selbst einen eigenen Raum zu schaffen, um die Musik in ihrer Vielfalt zu erleben und für sich zu deuten.

Fesselnde Mischung

Die Konzertstunden in der wundervollen Atmosphäre der Kirche ließen Raum für Besinnlichkeit, Reflexionen, innere Einkehr, aber auch für heitere Stimmung und die Lust an musikalischen Neuentdeckungen, welche stets Bestandteile der CVD-Programmplanungen waren und sind.

Eine eindringliche, fesselnde und mitreißende Mischung wurde zusammengestellt. Die Ausführung verdeutlichte, was das in der Schlagerwelt so moderne Wort „Atemlos“ wirklich bedeuten kann. Es verschlug einem nicht nur die Sprache, sondern man hielt den Atem an, wenn die exquisiten Interpretationen der jungen Sängerin erklangen oder von der Trompete ein festlich strahlender Glanz ausging.

Hub Nickel war nicht nur fantastischer Solist, der bei Pilipp Telemanns „La Majeste, La Gráce und La Vaillance“ in höchsten Tönen jubilierte, atemberaubende Leistungen bei Samuel Barber Woods „Alamada“ oder Theo Charliers „Lent“ aus „Solo de concours“ zeigte und mit Weichheit und Sanftheit Johann Georg Herzogs Pastorale über „Es ist ein Ros entsprungen“ intonierte. Er war auch ein gewandter Begleiter und konzertierender Partner. Gleiches galt für Johannes Esser, der an der Orgel eine bestechende Leistung bot.

Nicht nur bei Bachs „Toccata“, schon traditionell das Konzertende, sondern auch bei Otto Dienels „Pastorale“ aus der Weihnachtssonate op. 32 oder dem „Allegro“ erwies er sich als Meister seines Fachs. Vor allem auch dann, wenn er den glockenklaren Sopran durch dezente Begleitung voll zur Geltung kommen ließ und das Publikum erschauerte. Hätte Johannes Esser Edgar Elgars „Military March“ Nr. 1. op. 39 nicht in einer deutschen Kirche gespielt sondern auf der „Insel“ zum Besten gegeben, wäre wohl „die Post abgegangen“. Der Hit aus „Proms of the Night“ bringt die Engländer immer aus dem Häuschen, in der Pfarrkirche trauten sich zumindest einige den Ohrwurm mit zu summen. Der Wechsel der Musikrichtungen machte den Reiz des Konzertes aus. Gerade war man „innerlich“ noch dabei „auszuflippen“, da kauerte man sich brav in die Kirchenbank und war fasziniert von der glanzvollen Stimme der Sopranistin, die in den hohen Lagen brillierte.

Das war Genuss pur, wenn sie Alessandro Scarlattis „Si suoni la tromba“ und „Con voce festiva“ anstimmte, ihre klangschöne Stimme sich George Bizet Komposition „Brahma, divin Brahma“ widmete oder Katharina Bergrath ihren überwältigenden Auftritt mit den Interpretationen von Antonin Dvoraks „Lied an den Mond aus Rusalka“ oder mit Georg Friedrich Händels „Signor, deh! per Pietá und Lascia ch‘io pianga“ krönte.

Keinerlei Schwächen

Keiner der Protagonisten auf der Empore zeigte Schwächen, das Zusammenspiel von Klais-Orgel und Trompete berührte mit emotionaler Tiefe. Und wenn aus dem Duo ein Trio wurde und Katharina Bergrath mit musikalischer Sensibilität und strahlendem Sopran in den Mittelpunkt rückte, behielt der Maastrichter Trompeter Hub Nickel seine virtuose Verspieltheit und Johannes Esser blieb der taktvolle und unaufdringliche Begleiter, der allerdings als Solist an der Orgel alle Register zog.

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