Mutwilliger Abriss des Muttergotteshäuschen „sehr bedauerlich“

Von: bugi
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Hat der mutwillige Abriss des Muttergotteshäuschens ein rechtliches Nachspiel?

Lüxheim. Der mutwillige Abriss des Muttergotteshäuschens dürfte Konsequenzen haben. Bürgermeister Joachim Kunth (CDU) stellte am Freitag noch einmal klar, dass die Verwaltung alle rechtlichen Schritte prüfe.

Unklar ist allerdings, ob mit der vorläufigen Unterschutzstellung des Muttergotteshäuschens als Denkmal auch automatisch der Eintrag in die Denkmalliste verbunden ist. Diese Frage konnte am Freitag auch die Denkmalbehörde des Kreises nicht beantworten. Nur dann würde es sich um eine Ordnungswidrigkeit handeln, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann. Kunth: „Aus unserer Sicht wurde gegen geltendes Recht verstoßen.“

Die Sichtweise von Grundstückseigentümer Markus Bollig ist eine andere. Er bestreitet die Annahme des Bescheides: „Das Schreiben ist mir nicht zugestellt worden. Baurechtlich ist es deshalb so, dass das Muttergotteshäuschen abgerissen werden konnte.“ Der Nörvenicher erklärt zudem, dass er der Gemeinde zwei Angebote gemacht habe: „Ich habe eine privat-rechtliche Vereinbarung vorgeschlagen, in der ich mich verpflichte, das Muttergotteshäuschen technisch zu erhalten. Das ist abgelehnt worden.“

Er habe auch angeboten, das Grundstück, auf dem sich der Bildstock befand, vermessen zu lassen und diese Parzelle der Gemeinde zu schenken. „Auch das wollte die Gemeinde nicht“, sagt Bollig. „Es gibt da nichts Schriftliches“, entgegnet Kunth. Das Angebot, die Parzelle der Gemeinde zu überlassen, hat Bollig am Freitag erneuert. „Ich habe Verständnis dafür, dass die Bürger jetzt aufgebracht sind. Der Ausgang ist sehr bedauerlich. Ich bin nach wie vor an einer Lösung interessiert.“ Interessant zudem: Dem Vernehmen nach soll der Erhalt des Muttergotteshäuschens auch Gegenstand des Kaufvertrages gewesen sein.

Streitpunkt: Erschließung

Auslöser für den Streit dürfte die Frage sein, wie das Grundstück erschlossen werden soll. Während der Eigner eine Zufahrt über die Nikolausstraße beantragt hatte, entschied die Gemeinde, dass die Zufahrt über die Heerstraße erfolgen soll. Das hat eine Änderung der Bebauung zur Folge.

Das Kreuz mit der Jesus-Figur, das am Donnerstag noch aus dem Schutthaufen ragte, ist unterdessen verschwunden, vielleicht auch von Anwohnern gerettet worden. Die Marien-Statue könnte sich noch im Schutthaufen befinden. Bollig: „Ich werde keinem verbieten, da etwas zu suchen.“

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