Düren - Mutiges Experiment: Ein Saal, zehn Uraufführungen

Mutiges Experiment: Ein Saal, zehn Uraufführungen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Kantor Stefan Iseke (links) und Komponist Markus Muschenich freuen sich auf das Konzert „Colour Theory“ und auf die neue Konzertsaison. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Wie lassen sich Zuhörer für zeitgenössische Musik begeistern, die noch keinen populären Sendeplatz im Radio besitzt? Welcher Veranstalter wagt es überhaupt, ein Konzert mit zeitgenössischer Musik zu präsentieren? Die Evangelische Gemeinde zu Düren geht diesen seltenen und mutigen Schritt.

Am Sonntag, 20. September, wird Markus Muschenich ab 18 Uhr im großen Saal im Haus der Evangelischen Gemeinde unter dem Titel „Colour Theory“ aufspielen. Unter den rund 15 Programmpunkten befinden sich allein zehn Uraufführungen. Ausführende werden der Komponist selber sein, der Gitarre, Ukulele, Blockflöte, Spieluhr und elektronische Instrumente spielt. Joachim Locker, wie der Komponist Dozent an der Musikschule Düren, spielt Klarinette und Yvonne Schabarum Oboe.

Markus Muschenich stammt aus Düren. Er besuchte das Gymnasium am Wirteltor und erhielt dort wichtige musikalische Impulse von Musiklehrer Magnus Kleinbreil. Musikstudien, darunter die Fächer Gitarre und Komposition, führten den jetzt 33-Jährigen nach Aachen und Köln. Einen Sonderpreis erhielt er beim 25. Siegburger Kompositionswettbewerb 2013 und im gleichen Jahr eine Auszeichnung beim Carl von Ossietzky-Kompositionswettbewerb.

Seine Musik beschreibt der Komponist als gut anhörbar, aber nicht tonal. Markus Muschenich: „Es handelt sich nicht um Geräuschmusik, Instrumente behalten ihr eigentliches Aufgabenfeld. Die Kompositionen beinhalten Melodik und klassische Strukturen.“ Eigentlich passend zur heutigen Gesellschaft bewegen sich die Stücke aber nicht mehr in einem festgezurrten harmonischen Rahmen wie etwa ausschließlich in C-Dur, stattdessen werden alle Töne gleichwertig eingesetzt. Ruhig-verträumte Passagen wechseln sich dabei mit temperamentvollen Abschnitten ab.

Stefan Iseke, Kantor der Evangelischen Gemeinde zu Düren, freut sich auf das ungewöhnliche Konzert: „Ich finde es so spannend, das man den Musikern bei ihrem Spiel zuschauen und mit allen Sinnen dabei sein kann, das ist doch tausendmal besser, als einfach nur eine CD zu hören.“

Das Konzert wird zwei Mal 45 Minuten lang dauern, dazwischen gibt es eine kleine Pause. Verschmitzt und mit einem Augenzwinkern sagt der Komponist: „Angst vor der neuen Musik muss keiner haben, ich bin ja da.“ Als Moderator wird er die Werke erläutern. Eintritt wird keiner erhoben, die Besucher können eine Spende geben.

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