Düren - Musikschüler üben mit dem Tanz Gesellschaftskritik

Musikschüler üben mit dem Tanz Gesellschaftskritik

Von: jof
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Wo geht es denn lang? Diese Frage lässt sich anhand der Tanzdarbietung auf die heutige Gesellschaft projizieren. Foto: Jan Ole Feeken

Düren. Verzaubert wurden die Zuschauer bei der Sommergala der Musikschule Düren von deren Ballettklassen. Unter der Leitung von Daiga Grosmane-Zeiss wurde ein buntes Rahmenprogramm geboten.

Der erste Programmteil wurde klassisch gehalten. Die Ballettschülerinnen zeigten ihr Können in atemberaubenden Kostümen. Wunderschöne Prinzessinnen, Feen und Engel schwebten über die Bühne.

Dabei brachten nicht nur höhere Altersklassen den Mut auf sich zu präsentieren, sogar ganz junge Ballerinas hatten den Mumm, auf der großen Bühne im Haus der Stadt aufzutreten. Und sie waren alles andere als verloren. Wie selbstverständlich zeigten sie ihre Choreographie und ernteten lautstarken Applaus.

Wie tänzerisch vielfältig die Musikschule Düren ist, wurde klar, als zusätzlich zum Ballett weitere Tanzstile aus den Bereichen HipHop, Jazz und Modern Dance dargeboten wurden. Der zweite Teil der Gala präsentierte sich gesellschaftskritisch. So wurden aktuelle Themen wie beispielsweise Spionage, Hektik, Ungewissheit, Verwirrung oder Trauer durch beeindruckenden Ausdruckstanz gezeigt. All diese tänzerisch umgesetzten Kategorien wurden vereint unter der Überschrift „Human Steps“. Dieser Titel lässt den Menschen als Individuum sowie als weltweite Gemeinschaft in den Vordergrund rücken. Doch es ist eine skeptische und nachdenkliche Sichtweise, wie die Auswahl der Titel, für jede einzelne Tanzdarbietung, erschließen lässt.

Warum müssen sich unbescholtene Bürger gegen Spionage wehren? Sind wir nur noch marktstrategische Schachfiguren? Das Fazit dieser im Tanz verarbeiteten Fragen ist die emotionale Machtlosigkeit. Nur noch fremdgesteuert zu werden und vor lauter Impressionen das Hinterfragen zu vergessen.

Schrille Kostüme

Zwischen aller Skepsis und Nachdenklichkeit stach eine Darbietung heraus. Die Szenerie eine Haltestelle, zwei offensichtlich angeheiterte Damen nach ihrer Shopping-Tour, eine stilvoll anmutende Dame und eine etwas planlose Touristin auf der Suche nach ihrem Zielort. Schrill waren die Kostüme, grelle Neonfarben bestimmten das Bild und repräsentierten überspitzt die Rücksichtslosigkeit und Egozentrik unserer Gesellschaft.

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