Musikalischer Brückenschlag mit dem „Turkish Chamber Orchestra”

Von: han
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Das Turkish Chamber Orchestra bot eine eindrucksvolle Leistung . Das Publikum feierte die Flötistin Stephanie Gokus (rechts) und Betin Günes (Klavier). Foto: Schmitz

Düren. Eine musikalische Brücke zwischen westlicher Tradition und moderner türkischer Musik schlug Betin Günes mit seinem „Turkish Chamber Orchestra” im Haus der Stadt. Ein Konzertabend, der Ost und West konfrontierte, gleichzeitig aber auch der Versuch war, eine aktuelle authentische Musiksprache zu kreieren.

Ungewohnte Klangvorstellungen zogen durch den Saal, ungewöhnliche Tonskalen waren zu hören. Und es gab eine Welturaufführung: die des Flötenkonzerts „Flautando” mit der ausgezeichneten Flötistin Stephanie Gokus, die vom überwiegend türkischem Publikum gefeiert wurde.

Begonnen hatte der Abend mit der Komposition „Respekt”. Ursprünglich ein Musiktheater, zu dem Betin Günes die Schauspielmusik schrieb. Für die im Haus der Stadt dargebotene instrumentale Fassung, hatte der Istanbuler das Herzstück des Werkes, dessen Thema die Menschenwürde ist, herausgegriffen: die Liebe. Eindrucksvoll war die Darbietung, die von den sehr guten Streichern dominiert wurde.

Bei vielen seiner Kompositionen hatte Günes Impressionen vom Bosporus oder der Schwarzmeerküste in Musik verwandelt, die das Publikum bestens nachvollziehen konnte. Interessant wurde es auch dann, wenn sich türkisch-orientalische Musik mit westlichem Musikstil mischte.

Sanfte Melodik westlicher Prägung in der Klavierstimme, komplizierter treibender Rhythmus unterlegt von Pauken und Trommeln oder freitonale Variationen in Soli im gelungenen Zusammenspiel mit türkischen Trommeln: Das sind die grundlegenden Strukturen der Kompositionen von Betin Günes, ergänzt durch ein klangfarbenreiches Schlagwerk. Klirrende Röhrenglocken, Glockenspiel und Marimbaphon sind exotische Klanggeber, die zum Musikgeschehen passten und gleichzeitig Besucher westlicher Art faszinierten.

Es war ein Musikabend, der mehr Zuschauer verdient hätte, weil gerade Betin Günes mit seiner Musiksprache zwischen den Kulturen vermitteln, zur Völkerverständigung ohne Worte beitragen will. Die Musiker des „Turkish Chamber Orchestra” ließen sich jedenfalls durch die vielen leeren Sitzreihen nicht beirren und zeigten sich trotz der Leere des Raumes professionell und spielfreudig. Sie ließen sich von der guten Laune ihres Dirigenten Betin Günes anstecken.
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