Musikalische Leckerbissen

Von: Julian Loevenich
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Ein bemerkenswertes Konzert veranstaltete der Männergesangverein „Frohsinn“ Üdingen anlässlich seines 130-jährigen Bestehens in der Festhalle Kreuzau. Foto: Julian Loevenich

Kreuzau. Das, was am Samstagabend auf der Bühne der Festhalle Kreuzau stattfand, war musikalischer Genuss, das war Abwechslung, das war unterhaltsam, aber auch etwas langatmig. Zu seinem 130-jährigen Bestehen hatte der Üdinger Männergesangverein „Frohsinn“ (MGV) zum Konzert geladen.

In der Festhalle kehrte der MGV der konventionellen Konzerthausordnung mit Stuhlreihe hinter Stuhlreihe den Rücken. Stattdessen sangen die Herren unter der Leitung Natalia Schmidts vor längst aufgestellten, gut besuchten Tischreihen auf. Begleitet von Klavier, Violine, Gitarre und Schlagzeug bildeten „Frohsinn lacht uns heut“ sowie „Don Quijote“, welches unter Mitwirkung des MGV „Brüggen“ dargeboten wurde, den Auftakt.

Locker und luftig

Durch die Instrumente entstand eine Lockerheit, luftig kam das Gebotene daher. Mit den glatten Stimmen der Herren des MGV verschmolzen, entspann sich der Klang zu einem wohlklingenden Ganzen. Hinzu kam das musikalische Feingefühl der Dirigentin, die es versteht, maximales Leistungsniveau auszuarbeiten. Einem flexiblen Klangkörper gleich pendelte der Üdinger MGV zwischen dynamischen Extremen: Dadurch gewann der Auftritt an Bewegung, Leben, ja Frische.

Nachteilig stellte sich die Akustik der Halle dar, in der das Gitarrenspiel von Lajos Tar zu oft zu sehr verschwand. Schade, da Tar in einem solistischen Auftritt eine Eigenkomposition darstellte: „Träu- me der Zigeuner“. Er demonstrierte sein expressives, atemberaubendes Spiel in einer fast schon demonstrativer Gelassenheit.

Beeindruckendes Spiel

Mit „Zigeunerweise“ erhielt auch der Geiger des kleinen Musikerensembles, Alan Arif, eine Plattform, gemeinsam mit Natalia Schmidt am Klavier, seine beeindruckende Fingerfertigkeit aufzuführen.

Virtuos bis in den letzten Notenkopf gestaltete sich das Werk sehr speziell – vielleicht für das 130-jährige Jubiläumskonzert eines MGV zu speziell. Wesentlich konventioneller besang Natalia Schmidt, begleitet vom Ensemble, in „Hör ich Cymbal Klänge“ das Zigeunerleben. Hier fiel vor allem die Freude am gemeinsamen musizieren auf, das wirkte erfrischend. Mit der Singgemeinschaft „Mariaweiler“ und dem Frauenchor „Cantabile“ aus Üdingen waren gute Chöre hinzugeholt worden, doch zum Schluss des Festabends kam etwas Langatmigkeit auf. Würdig war das Konzert nichtsdestotrotz.

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