Musik-Clown „Wanja” erobert die Herzen

Von: Beate Weiler-Pranter
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Uberzeugend: Die Heimbacher Kinder lieben Alexander Antonov als „Wanja, der besten Balalaika-Spieler in Russland”. Foto: Weiler-Pranter

Heimbach. Mittwochmorgen, Grundschule Schönblick in Heimbach. Ende der ersten Pause: Statt Rechnen, Schreiben oder Sachkunde steht jetzt für alle Klassen ein „Musik-Workshop” auf dem Stundenplan.

Voller Vorfreude sitzen 180 Kinder in der Aula. Nach den „Bläck Fööss”, Weltklasse-Musikern des Heimbacher Kammermusikfestivals „Spannungen” oder Folkloregruppen aus Südamerika sind diesmal Gäste aus Russland angereist: Das seit 17 Jahren bestehende „Newa-Quartett” aus St. Petersburg.

„Durch solche Begegnungen erleben unsere Kinder den Reichtum fremder Kulturen, selbst wenn Länder wie Bolivien oder Peru, aus denen frühere Gastmusiker kamen, hier oft nur als arm angesehen werden”, erklärt Paula Schipperges und legt schwungvoll die vorbereiteten Noten aufs Klavier. „Meine Kollegin Sybille Nöllgen und ich haben im Musikunterricht traditionelle, russische Volkslieder einstudiert, die wir gleich für die vier Musiker aus St. Petersburg singen. Durch dieses gemeinsame Musizieren verlieren schon die Kleinsten die Angst vor Fremdem und Unbekanntem, denn Musik ist eine Sprache, die die ganze Welt versteht!”

Kaum stimmen die vier Vollblutmusiker in russischer Volkstracht ihre Instrumente an - von der dreieckigen Balalaika, über âBajan´, das traditionelle Knopfakkordeon, bis hin zu Xylophon und Glockenspiel - sind die Grundschulkinder kaum auf ihren Stühlen zu halten. Nach solch mitreißenden Stücken wie „Petersburger Schlittenfahrt” gibt es zwischendurch immer wieder eine spielerische Portion „Instrumenten-Kunde”.

„Wie viele Saiten hat eine Balalaika?” Aufgeregt schnipsen unzählige Schülerhände in der Luft. Jeder will die richtige Antwort geben, während Mikhail Vlassov verschmitzt lächelnd die drei Saiten seines Instruments erklingen lässt. Virtuos und komödiantisch auch der Rest des 90-minütigen „Workshops”: Atemlos verfolgen die Kinder, wie Alexander Antonov eine große Säge präsentiert: „Wie heißt das bei Euch?”, fragt er in gebrochenem Deutsch. „Säge!!!” „Der Säge? Oder das Säge?”, fragt er gespielt ratlos. „Die Säge!” schallt es begeistert zurück. „Und das?” „Der Bogen.”

Schon beginnt der hoch gewachsene Musiker mit Inbrunst auf seiner „singenden Säge” zu spielen. Jubel bricht aus, wenn Alexander Antonov die Musiklehrerin Paula Schipperges ins Bühnenprogramm mit einbindet. Mal muss sie - zur Freude der Grundschulkinder - ihr Talent an der „singenden Säge” erproben, mal die pulsierende Musik am Xylophon begleiten.

Als Musik-Clown erobert Alexander Antonov endgültig die Herzen der Kinder, wenn er in die Rolle von „Wanja, dem besten Balalaika-Spieler in Russland” schlüpft oder seine Fingerfertigkeit am âBajan´ beweist: Das kleinste Instrument, dem er tanzend und steppend herzergreifende Töne entlockt, ist nicht viel größer als eine Packung Papiertaschentücher! „Von denen will ich ein Autogramm!”, ist die einhellige Meinung der Pänz, während sie in der zweiten Pause auf dem Schulhof das Lied „Kalinka, Kalinka...” singen.

Am Abend konnte Schulleiter Joachim Dunkel erneut ein begeistertes Publikum begrüßen. Diesmal brillierte das „Newa-Quartett” mit einem Klassik- und Folklore-Programm.
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