Murat Topals spielt gekonnt mit Klischees

Von: han
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Topal
Murat Topal, Ex-Polizist mit türkischen Wurzeln, fasste auf der Bühne alles in seinem kabarettistischen Protokoll „Tschüsski Copski! Ein Cop packt ein” zusammen, das keinen Ärger, sondern dem Publikum im ausverkauften Komm einen vergnüglichen „Spaßgesellschaftsabend” bescherte.

Düren. Er ging auf Streife durch eine skurille Welt, war auf Spurensuche im deutsch-türkischen Verhältnis, beobachtete mit Argusaugen seine Umwelt. Murat Topal, Ex-Polizist mit türkischen Wurzeln, fasste auf der Bühne alles in seinem kabarettistischen Protokoll „Tschüsski Copski! Ein Cop packt ein” zusammen, das keinen Ärger, sondern dem Publikum im ausverkauften Komm einen vergnüglichen „Spaßgesellschaftsabend” bescherte.

Der freundliche Berliner wanderte gekonnt zwischen den beiden Kulturkreisen in einer Mischung aus Comedy und Kabarett. Seine Geschichten bezog er größtenteils aus seinen Polizeieinsätzen in Kreuzberg, wo er als „Dienstleister” mit „Neuköllner Migrationshintergrund” arbeitete. Er schlüpfte in verschiedene Rollen, spielte Klischees gegeneinander aus, parodierte, wahrte eine ironische Distanz, nahm sich schräger Figuren aus dem Viertel an.

Da gab es den türkischen Gemüsehändler, der einen Strafzettel mit „tonnenweise” Obstgeschenken zu verhindern sucht, einen jugendlichen Macho in Alphajacke, der stark bebrillte Nachbar, der sein Glück als Erotikstar suchte, aber „am Text scheiterte” oder das pubertierende „Girlie” in der U-Bahn, deren MP3-Ohrenstöpsel ständig Gefahr liefen von ihrem „Hirnvakuum aufgesogen zu werden”.

Topal schont sich selbst aber auch nicht, wenn er von seinen Breakdance-Versuchen auf einer normalen Tanzparty oder von seinen verklemmten Ansichten über eine türkische Homosexuellenparty berichtet. Alles geschieht leicht locker, wird mit unnachahmlicher Mimik und Gestik dargestellt.

Nie hatte man das Gefühl, dass „Wachtmeister Topal” andere verletzen will. Ein Programm, das Lachmuskeln und Gehirn in Gang setzte. Und das Publikum hatte seine helle Freude und nahm etwas Nachdenkliches mit auf den Weg, wenn der ehemalige Polizeibeamte so ganz nebenher fragte: „Integrierst du noch, oder assimilierst du schon?”
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