Munter und informativ: Talk mit vier „Dürener Köpfen“

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
7470739.jpg
Dürener Köpfe: Dr. Lindita Arati, Professor Karl Lauterbach, Professor Herbert Schmidt, Jürgen Roßkamp, Majella Lenzen und Peggy Porschen.

Düren. Was haben Professor Karl Lauterbach, Majella, Lenzen, Peggy Porschen und Dr. Lindita Arati gemeinsam? Alle vier sind Dürener Köpfe. Deswegen waren sie mit ihren Lebensgeschichten am Donnerstag auf Einladung des Lions-Clubs Düren Marcodurum auf Schloss Burgau zu Gast.

Über 100 Zuhörer lauschten den Geschichten eines Gesundheitspolitikers, einer Ex-Nonne, einer Patisseurin und einer Autorin aus Albanien, die lange Zeit im Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich gelebt und gearbeitet hat. Moderiert wurde der Abend von Professor Herbert Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Böll-Hauses, und Jürgen Roßkamp vom Lions-Club.

Charmant und schlagfertig

Auf charmante und schlagfertige Weise gelang es den Moderatoren, ihren Gästen lustige Geschichten und nette Anekdoten, aber auch ernste Informationen zu entlocken. So erfuhr man beispielsweise, dass Professor Karl Lauterbach sogenannte „Steck-Fliegen“ trägt, die Schleifen also nicht selbst bindet. Für diese Form des männlichen Halsschmucks hat er sich entschieden, weil Krawatten für einen Chirurgen ziemlich hinderlich sind. „Vor allen Dingen dann, wenn sie in offene Wunden zu fallen drohen“, sagte Lauterbach.

Auch Lauterbachs früherer Englischlehrer Karl-Josef Keppler vom Wirteltor-Gymnasium saß bei der Talkrunde im Publikum. „Wollen Sie wissen, wie Herr Keppler Sie als Schüler beschrieben hat“, fragte Jürgen Roßkamp. „Aber nur, wenn Herr Keppler nicht zu ehrlich geantwortet hat“, konterte Lauterbach. Die Sorge war unbegründet: Der Politiker war ein „unauffälliger Schüler“.

Peggy Porschen, die in London eine berühmte Patisseurin ist und Stars wie Elton John und Stella McCartney zu ihren Kunden zählt, berichtete, warum man für manche ihrer Rezepte genau 205 Gramm Mehl braucht („Wir haben jede Torte zigmal Probe gebacken und das ist einfach die beste Menge“) und verriet, dass ihr erster Weg zu Hause in Merzenich sie immer an den elterlichen Kühlschrank führe.

Genau wie Peggy Porschen heute hat auch die frühere Ordensfrau Majella Lenzen, die ihre Gemeinschaft verlassen musste, weil sie Kondome in Tansania verteilt hat, einige Jahre in London gelebt, um dort zu studieren. Majella Lenzen hielt mit ihrer Kritik an der katholischen Kirche keineswegs hinter dem Berg. „Es ist mir ein Rätsel, wofür ein zölibatär lebender Mann eine Badewanne für 30.000 Euro braucht. Dieses Geld hätte den Aids-Waisen sehr geholfen.“

Dr. Lindita Arati erzählte von ihren tiefen Bindungen zur Region. „Hier konnte ich in Ruhe arbeiten, und hier habe ich die ersten Zeilen für meinen Roman geschrieben.“ Sie fühle sich als Europäerin, sagte die Autorin, die nun in Bonn lebt. „Ich habe albanische Wurzeln. Aber auch mit Langenbroich verbinde ich Heimatgefühle.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert