Multitalent mit eigenen Ansichten und Ideen: Alfred Biolek

Von: Lukas Weinberger
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Das Autogrammeschreiben gehört zum Handwerk eines TV-Urgesteins: Alfred Biolek erfüllte nach der Lesung jeden Autogrammwunsch. Foto: luk

Merzenich. Dieses Mal war der ehemalige Entertainer und Talkmaster Dr. Alfred Biolek das Opfer. Dieses Mal war er es, dem Löcher in den Bauch gefragt wurden. Dieses Mal war es, der Rede und Antwort stehen musste.

Und bei der nun schon fünften Lesung in der Alten Kirche Merzenich, organisiert von Merzenich Event, tat er das auch bereitwillig und mit Charme: Umrahmt von den zwei Talkmasterinnen Edith Feuerborn (RWE) und Käthe Rolfing, Vorsitzende des Kulturausschusses des Kreises Düren, las das Urgestein der deutschen Fernsehgeschichte aus seiner Biographie „Bio. Mein Leben” und stellte sich den Fragen der Zuhörer.

Der 75-Jährige plauderte über seine frühe Kindheit bis hin zu seinem heutigen Wirken. Er gab tiefe Einblicke in das damalige Leben seiner Familie und beschrieb den minutengenau geplanten Sendungsablauf einer seiner unzähligen TV-Shows. Biolek las trotz Kälte in der wunderbaren Kulisse der Kirchenruine mit viel Elan und entlockte bei mancher Frage den Zuhörern mit seiner Schlagfertigkeit den einen oder anderen Lacher. Musikalisch untermalt wurde der Abend von Jazzklängen der Band „O-Ton”.

„Meine Kindheit war außerordentlich harmonisch”, berichtete Biolek rückblickend. In Freistadt, heute in Tschechien gelegen, aufgewachsen, genoss der Entertainer, wie er selbst sagt, „das Paradies”.

Und schon damals plante er eine große Karriere: „Ich wollte Priester, Zirkusdirektor oder Dirigent werden und ich bin von allem irgendwie etwas geworden.” Seine Fans geben ihm Recht, und Alfred Biolek machte als Talkmaster, Entertainer, Fernsehkoch und auch als Filmemacher und Autor eine stets gute Figur, er ist ein Mann von Welt. „Ich bin Generalist. Viele Dinge sind toll und alles hat seinen Reiz”, antwortete er zur Freude des Publikums auf die Frage nach seinen liebsten Dingen.

Diese Ansicht schlägt sich auch in seiner Auffassung von Fernsehunterhaltung nieder: „Ich hatte immer meine eigene Idee, wie meine Sendungen sein sollen.” So seien der Dalai Lama und Monica Lewinsky die Eckpunkte seiner langjähriger TV-Tätigkeit. Von allem etwas eben. Und auch seine Lebensphilosophie verriet das Urgestein, das sich weitgehend aus dem Fernsehgeschäft zurückgezogen hat: Ein Gemisch aus Disziplin und Genuss müsse es sein.

Autogramme im Heimatmuseum

So genoss er auch in Merzenich ein gutes Glas Rotwein, verriet ein dazu passendes Kochrezept, verlor aber nie den Blick auf die Uhr. Pünktlich nach zwei Stunden war die Lese- und Talkrunde vorüber. Seinen vielen Fans signierte er aber im Heimatmuseum noch Bücher. Ob Biographie, Kochbuch oder andere - Alfred Biolek kann eben von allem etwas.
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