„Multipackaging Solutions“: Leckere Süßigkeiten werden hier verpackt

Von: smb
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Aus großen Karton-Bögen werden Verpackungen für Leckereien: Rudolf Wosiek bedient eine der vier Stanzmaschinen. Diese können 6000 bis 7000 Bögen pro Stunde stanzen. Foto: Sarah Maria Berners

Stockheim. 900 Millionen Verpackungen für süße Leckereien verlassen pro Jahr das Stockheimer Gewerbegebiet: weihnachtlich bedruckte Lindt-Adventskalender, Schachteln für die vielen, bunten „Smarties“, Verpackungen für „Celebrations“-Mischungen, für Torten, „After Eight“ und unzählige Tafeln Schokolade, Spezial-Editionen für Überraschungseier und Osterschnützereien.

Was hinter den großen Werksmauern der Firma „Multi Packaging Solutions Düren GmbH“ (MPS) produziert wird, landet irgendwann süß gefüllt in den Supermarktregalen des Landes. Die Verpackung, in der viel Arbeit steckt, wird oft lieblos aufgerissen, weil es ja eigentlich um den Inhalt geht. Und dennoch ist die Hülle ein wichtiges Verkaufsargument.

Es gibt einfach bedruckte Verpackungen, veredelte Varianten mit Prägungen, glänzenden Speziallacken oder funkelnden Folien. All diese Varianten werden im Stockheimer Gewerbegebiet produziert – in allen erdenklichen Formen und Farben. „Entworfen werden die Verpackungen im Stuttgarter Design-Center bevor diese dann an den jeweiligen Standorten auf Machbarkeit geprüft werden“, erklärt Peter Koch, in der Firma für die Technik zuständig. Im Anschluss daran werden dann Druckplatten und die entsprechenden Stanzwerkzeuge hergestellt.

Zwei riesige Druckmaschinen, in denen acht Farbwerke, zwei Lackwerke und Trockenwerke untergebracht sind, bringen die Farbe auf den Karton. Je nach Kundenwunsch können Sonderfarben in der Farbküche gemischt werden.

„Die Maschinen können 18.000 Bögen pro Stunde bedrucken“, erklärt Koch. „Die verwendete Farbe ist schnell trocknend, da die bedruckten Bögen direkt aufeinandergestapelt werden.“ Das alles geschieht in wenigen Sekunden und weitgehend automatisiert.

„Anschließend können die Verpackungen noch mit einer Prägung oder Spezialfolie veredelt und erneut mit einem Schriftzug versehen werden“, erklärt Koch das aufwändige Prozedere. Die Adventskalender-Produktion haken die Mitarbeiter von MPS schon im ersten Halbjahr ab, aktuell läuft Osterware vom Band.

Nach dem Druck geht es für die riesigen Stapel Papierbögen weiter zu den Stanzmaschinen. Unter extremem Druck stanzen scharfe Messer die Elemente aus, perforieren bestimmte Stellen und drücken die Linien ein, in denen die Schachteln später zusammengefaltet werden. Bogen für Bogen. „Bei den kleinen ‚Smarties‘-Schachteln werden 440.000 Stück pro Stunde ausgestanzt“, erklärt Koch. Eine Absauganlage zieht das übrige Material ab, so dass es recycelt werden kann. Bei manchen Produkten ist es notwendig, dass die Zuschnitte von Hand getrennt werden.

Damit im Karton und im Regal auch verschiedene Varianten der Verpackungen auftauchen, müssen manche Bögen vor dem Stanzen maschinell vermischt werden, andere ausgestanzte Verpackungen werden abschließend per Hand durchmischt. Dann gehen die Zuschnitte zur Klebeabteilung. Dort werden alle Verpackungen soweit verarbeitet, dass diese beim Kunden nur noch aufgerichtet und befüllt werden müssen. Die Verpackungen können auch mit Fenstern versehen werden. Für Besonderheiten wie Schleifen gibt es die Konfektionierabteilung. Dort läuft alles in Handarbeit.

Die Produktion

Bedruckt werden die Bögen in einem Offset-Druckverfahren. Dabei kommen die Aluminium-Druckplattennicht mit dem Papier in Berührung. Die Farben werden von den Platten auf Gummzylinder übertragen und dann auf den Karton gebracht. Je nach Form können auf einem Bogen dutzende oder nur wenige Verpackungen untergebracht werden. Die Drucker arbeiten mit acht Farben, aus denen eine Vielzahl von Farbtönen „gemischt“ werden kann. Mit Speziallacken können Glanz- oder Matteffekte erzielt werden.

„Bei den Farben ist es sehr wichtig, dass Gerüche oder Inhaltsstoffe nicht auf das Füllgut übergehen“, erklärt Peter Koch von der Firma MPS. Deswegen werden sogenannte migrationsarme Farben eingesetzt, es gibt regelmäßige Qualitätskontrollen. In einem Jahr verbraucht der Betrieb etwa 28.000 Kilogramm Farbe und 140.000 Kilogramm Lack.

Peter Koch ist für die Technik zuständig. Unser Bild zeigt ihn vor etlichen Paletten „Smarties“-Verpackungen: „Es ist gar nicht so einfach, einen ausgestanzten, perforierten und mit Faltlinien versehenen Rohling richtig zusammenzusetzen.“ Gefaltet und verschlossen werden die Verpackungen in den Süßwarenfabriken beim Befüllen

„In Sekundenbruchteilen werden die einzelnen Verpackungen überprüft, fehlerhafte werden aussortiert und in Kartons verpackt. Auf Paletten geht es entweder direkt zum Kunden oder ins Hochregallager.

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