Mütter machen Teilzeitausbildung in der Altenpflege

Von: Sarah Maria Berners
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Wagen den Start in die Teilzeitausbildung zur Altenpflegerin: Ramona Krebs und Sonja Koof. Die Ausbildung wird von der Low-tec angeboten. Foto: Sarah Maria Berners

Kreis Düren. Sonja Kooff war im letzten Schuljahr, als sie ihren Sohn bekam. Jetzt – sie ist 23 Jahre, ihr Sohn vier Jahre alt – wagt sie einen weiteren wichtigen Schritt für ihre Zukunft: Am 15. Oktober beginnt sie ihre Ausbildung zur Altenpflegerin – in Teilzeit über vier Jahre. Der Sohn kommt bei einer Tagesmutter unter, die Familie steht zur Unterstützung bereit. Auch Ramona Krebs, sie hat ein drei Jahre altes Kind, steht vor dieser Herausforderung.

Nach einem ersten Pilotlauf bietet die Low-tec die Teilzeitausbildung in diesem Jahr erneut an. „Alleinerziehende hatten bisher kaum eine Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen“, begründet Marion Klein-Bojanowski von der Low-tec.

„Viele gute Kräfte würden verloren gehen, wenn es diese Teilzeitausbildung nicht gibt“, sagt Birgit Strack, die Leiterin des Seniorenheimes am Holzbendenpark. Sie und ihre Kollegen aus anderen Einrichtungen wissen, dass das Pflegesystem dringend weitere Fachkräfte braucht und sie sind überzeugt von dem Potenzial, das in alleinerziehenden Müttern steckt.

„Arbeitgeber müssen flexibler werden“, fordert Sandra Bozkir vom Gut Köttenich. „Wir wollen als Gesellschaft Kinder haben, dann muss es auch für Mütter Möglichkeiten geben, eine Ausbildung zu machen und berufstätig zu sein.“ So wird Ramona Krebs nur an den Wochenenden Spätdienste übernehmen, ihre Arbeitszeiten an den anderen Tagen an den Kitazeiten orientieren. „Das Team trägt das mit“, sagt ihre Chefin Birgit Strack. „Es sind sicher keine leichten Jahre“, weiß Gabi Jendrzey. „Aber wer das geschafft hat, hat sehr gute berufliche Chancen.“ Gerade Frauen mit Kindern bringen wertvolle Lebenserfahrungen mit in den Beruf, sagen die Fachleute.

Michael Alt von der job-com spricht von einem „dreifachen Gewinn“: für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die Arbeitsagentur. Allein im Kreis Düren seien mehr als 2000 Frauen ohne Berufsausbildung. Zehn Frauen starten ihre Ausbildung im Oktober in sieben Einrichtungen. Der Kurs umfasst bis zu 25 Plätze. Eine Teilnahme ist noch möglich. Die Ausbildung ist Teil des Projektes TEP, Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten, Perspektiven öffnen, das vom Arbeitsministerium NRW und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. In dem jetzigen Durchgang ist auch der schulische Anteil als Teilzeitangebot konzipiert.

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