Müssen 300 Dürener bald in ihren Wohnung frieren?

Von: Andreas Gabbert
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Düren. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, und die rund 300 Bewohner der Bismarckstraße 1 bis 1d müssen womöglich bald auch in ihren Wohnungen Wintermäntel tragen. Denn Ende des Monats könnte für sie die Gaslieferung eingestellt werden.

Der Grund sind offene Rechnungen bei den Stadtwerken Düren, die zeitweise sechsstellige Höhe erreicht hatten. Dabei betonen die Bewohner, dass sie keine Schuld treffe. Sie hätten ihre Zahlungen stets pünktlich an die Hausverwaltung geleistet. Beim Energieversorger ist das Geld aber nicht oder nur teilweise angekommen.

Bereits seit einem Jahr versuche das Unternehmen, eine Lösung zu finden, bestätigte Stadtwerke-Sprecher Jürgen Schulz am Dienstag, dass es noch immer offene Rechnungen gibt.

Mit den Mietern und Eigentümern habe es stets engen Kontakt gegeben, man habe versucht, im Sinne der Bewohner zu reagieren, erklärte Schulz. „Schließlich mussten wir aber den Druck gegenüber den Eigentümern erhöhen. Zum einen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, zum anderen aus gebotener Fairness gegenüber der Mehrzahl unserer Kunden, die ihre Rechungen regelmäßg bezahlen”, begründet der Sprecher, warum der Energieversorger zwischenzeitlich daran gedacht hat, die komplette Energieversorgung für die Häuser einzustellen. „Natürlich nicht, ohne eine Notversorgung einzurichten”, betonte Schulz.

Im Sinne der Mieter habe man sich aber jetzt nach einem intensiven Gespräch mit der Hausverwaltung dazu entschlossen, die Zahlungsfrist noch einmal bis Ende des Monats zu verlängern, sagte Schulz. Auch, weil inzwischen ein Teil der offenen Rechnungen beglichen worden sei. Man hoffe nun, dass sich die Situation in den kommenden Wochen ohne negative Folgen für die Bewohner lösen lässt.

Der Entscheidung der Stadtwerke war eine Versammlung vorausgegangen, in der die Bewohner den ehemaligen Haupteigentümer der Häuser - er hat die Gebäude im Rahmen seiner Insolvenz an seine Tochter verkauft - zur Rede stellten.

Der versprach schließlich, Gespräche mit seiner Bank zu führen und wenn nötig auch privates Geld zu investieren, „damit wieder alles ins Reine kommt”. Außerdem griff er einen Vorschlag aus der Versammlung auf, einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer zu beauftragen, der die Zahlen der vergangenen Jahre überprüfen soll.
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