„Mühlenbrand“-Festival: Wilde Tritte zu brachialer Musik

Von: Andreas Bongartz
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Extreme Songs und extreme Publikumsreaktionen: Beim Auftritt der Band „Bury my Regrets“ regiert im „Moshpit“ das „Violent Dancing“. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Im Komm-Zentrum brennt die Luft: Während die Band „Bury my Regrets“ Double-Bass-Attacken und Stakkato-Gitarrenriffs von der Bühne aus auf ihr Publikum feuert, verwandeln die Zuschauer den Bereich vor der Bühne, den sogenannten „Moshpit“, regelrecht in ein Schlachtfeld.

Die Musikfans lassen ihre Energie mit wilden Tritten und Schlägen raus. Was für Außenstehende nach einer chaotischen Prügelei aussieht, ist allerdings eine Art des Tanzens passend zum „Metalcore“, den die Band aus Bürstadt bei Mannheim spielt. So ähneln die Bewegungen der Tänzer beim „Violent Dancing“ eher einem Schattenboxen oder Kampfsport-Übungen, bei denen sie sich für gewöhnlich jedoch nicht berühren, man hält mehr oder weniger rücksichtsvollen Abstand.

Testosteron-Ausschüttungen

„Bury my Regrets“ bieten für diese Testosteron-Ausschüttungen den passenden Soundtrack. Neben brachialen Klängen beherrscht die junge Band allerdings auch ruhigere Töne, wechselt der Sänger immer wieder von stumpfen Gebrüll zu melodischem Gesang. Es sind willkommene Ruhepausen für das Publikum, bevor es von der nächsten musikalischen Abrissbirne getroffen wird.

„Bury my Regrets“ loten mit ihren Songs die Extreme aus – für manchen Musikfan ist es wohl zu viel des Guten, verbringen einige Besucher des Mühlenbrand-City-Festivals den Auftritt der jungen Band aus Bürstadt doch lieber außerhalb des Komm-Zentrums.

Zum nunmehr vierten Mal fand im Kulturzentrum an der Pleußmühle mit dem Mühlenbrand-Festival ein Konzertabend für Freunde der härteren musikalischen Gangart statt. Eine Veranstaltung für Fans von Rock und Metal von Fans von Rock und Metal. „Weil wir selber gerne Metal hören, wollten wir vor fünf Jahren ein Metal-Konzert organisieren“, erinnert sich Sebastian Bast an die Ursprünge der Konzertreihe im Komm-Zentrum zurück.

Damals leistete Bast wie auch Mitorganisator Kim Reumann Zivildienst im Kulturzentrum und ihre Chefs ermöglichten ihnen, selbst Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. So organisierten die beiden Freunde die „Full Metal Night“, die „ganz gut lief“ und Lust auf mehr machte. Seit gut zwei Jahren finden ihre Metal-Konzerte nun unter dem Namen „Mühlenbrand“ (in Anlehnung an die Pleußmühle) statt.

Mit ihren Veranstaltungen wollen Bast und Reumann lokalen Bands Auftrittsmöglichkeiten bieten und gleichzeitig überregionale Bands an die Rur locken. So entern mit „Ivory Innocent“ und „Sleepers“ auch zwei Musikgruppen aus Düren und Umgebung die Bühne im Komm-Zentrum.

Im Gegensatz zur Band „Larceny“ aus Unterstadion, die mit ihrer Musik eher die Traditionalisten unter den Metalfans bedienen und verhaltene Publikumsreaktionen ernten, können sich die Lokalmatadoren „Ivory Innocent“ und „Sleepers“ der Unterstützung ihrer Fans sicher sein.

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