Düren - „Muckel“ feiert seinen 75. Geburtstag

„Muckel“ feiert seinen 75. Geburtstag

Von: Kevin Teichmann
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Peter Muckel (vorne rechts) feierte seinen 75. mit seiner „Familie“ aus der Zeit bei Düren 99: Christine Schwahn, Raffael de Rose und dahinter Jürgen Leibel (von links), Josef Pohl, Gert Engels, Suitbert Dolfus, Peter Blum, Hans Wagner, Jürgen Wahlen, Horst Lock und Frank Voihs. Foto: kte

Düren. So ein 75. Geburtstag ist schon etwas Besonderes. Am schönsten ist er wohl, wenn man ihn mit seinen Liebsten verbringen kann. Das wird sich auch Peter Muckel gedacht haben, wenngleich er das Dreiviertel-Jahrhundert im DTV-Clubheim an der Dr.-Overhues-Allee mit seinen früheren Spielern feierte.

Der ehemalige Jugendtrainer der SG Düren 99 wurde am 9. Februar 1941 geboren. Seine Fußballschützlinge der Jugendjahrgänge 1954 bis 1957 hatten ihn in den vergangenen Jahren bereits zwei Mal zum „Klassentreffen“ getroffen. Daher bat er seinen Mannschaftskapitän von damals, Horst Lock: „Den 75. möchte ich mit euch zusammen feiern.“ Für Lock war es eine Selbstverständlichkeit, sich um die Organisation zu kümmern. „Er war mehr als nur ein Trainer. Wir alle haben ihm extrem viel zu verdanken. Er hat uns mit seinem Mercedes Diesel abgeholt, zum Training und zu den Spielen in der Verbandsliga – der damals obersten Jugend-Spielklasse – gefahren, und auch wieder zu Hause abgesetzt. Da sind einige tausend Kilometer zusammengekommen. Wie eine Mutter hat er sich für uns aufgeopfert“, denkt Lock gerne an „alte Zeiten“ zurück.

Acht, neun von Muckels Spielern spielten damals, Anfang der 70er-Jahre, zeitgleich in der Dürener Kreisauswahl. Sechs Spieler wurden als älterer Jahrgang der A-Jugend direkt hoch in die Erste Mannschaft gezogen. Mit Gert Engels, Winnie Hannes (beide Borussia Mönchengladbach) und Frank Voihs (Hertha BSC) schafften es sogar drei Kicker in den Profi-Fußball – Auszeichnungen für die gute Arbeit des Übungsleiters.

Muckel selbst freute sich über die Entwicklung seiner Schützlinge, wenn auch etwas zurückhaltend: „Das erfüllt mich mit Stolz.“ Sich selbst rückt er nicht zu sehr in den Vordergrund. Dass die Jungs sich heimisch fühlten, war ihm immer wichtig. Nachdenklich gibt Muckel preis: „Ich hatte keine Familie, bin in einem Waisenhaus groß geworden. Später habe ich mich immer sehr in der Jugend-Arbeit engagiert.“

Und so begann er mit 24 Jahren seine Trainertätigkeit, zunächst bei Viktoria Schlich. Es folgten Stationen in Bergstein, Binsfeld und schließlich bei Düren 99. „Bei 99 habe ich die erfolgreichste Zeit meiner Trainer-Laufbahn erlebt.“ Da war Muckel gerade erst 30.

In vier Jahren bewegte er viel. Zur Verbandsliga-Meisterschaft reichte es allerdings nicht. „Wir wären mit der Mannschaft auf jeden Fall Meister geworden. Doch dann hat der Verein sechs meiner Jungs in die Erste hochgezogen. Da war für mich Schluss“, ärgerte sich Muckel und beendete 1974 seine Trainer-Karriere – nur um ein Jahr später zu seinen 99ern zurückzukehren: „Ich konnte es einfach nicht lassen. Mit Jugendlichen bin ich immer gut ausgekommen.“

Bei der SG blieb er dann aber nur ein Jahr, bevor er noch ein Jahr in Schlich und anschließend drei Jahre in Gürzenich wirkte. Einer derjenigen, die damals bei 99 „in die Erste hochgezogen“ wurden, ist Gert Engels. „Damals wie heute ist der wahrscheinlich größte zu überwindende Sprung, von der U19 in die 1. Mannschaft eines Klubs zu kommen. Winnie Hannes und ich haben das erstaunlich gut gemeistert. Wir wurden zu Senioren und waren sogleich Leistungsträger – das gibt es heute in der Form fast gar nicht mehr“, erinnert sich Engels an die „unglaubliche Zeit“.

Engels und Hannes gingen im Jahr darauf zur Fohlen-Elf und feierten gemeinsam die Bundesliga-Meisterschaften 1976 und 1977. „Ich erinnere mich noch gut an einen Sommer. Da hat ‚Muckel‘ für Winnie und mich Spezial-Training gemacht. Zwei, drei Mal die Woche waren wir morgens an der Westkampfbahn – alle anderen, die wir kannten, lagen da bereits am Badesee. Er war ein Jugendtrainer, wie man sich ihn wünscht – und ein wichtiger Baustein für meinen Werdegang“, sagt Engels lachend. Muckel war nicht wirklich einverstanden damit, dass so viele Jugendspieler Senioren wurden.

Engels erinnert sich aber auch daran, dass Muckel ein Fürsprecher seines Vaters, der Trainer der Ersten der 99er wurde, war: „Nehmt lieber den Papa vom Gert als einen anderen Trainer“, hat Muckel damals laut Gert Engels gesagt. Gemeint war Leo Engels, der dann auch den Kontakt nach Gladbach knüpfte.

Später kehrte Engels heimatverbunden zurück nach Düren, zu seinen 99ern. Sinnbildlich für die Heimatliebe, die auch Muckel so an seinen Jungs schätzte. „Die Jungs haben mich so akzeptiert wie ich bin. Am Ende einer Saison sind wir nach Köln, Mainz oder Berlin gefahren. Keine Frage, dass ich mit ihnen feiere“, sagt Muckel, der zwar nicht Frau und Kinder, dafür aber eine 14-köpfige „Familie“ in Horst Lock, Raffael de Rose, Jürgen Leibel, Josef Pohl, Gert Engels, Suitbert Dolfus, Peter Blum, Hans Wagner, Jürgen Wahlen, Frank Voihs, Charly Klinkhammer, Nafiz Temür, Winnie Hannes und Christine Schwahn gefunden hat.

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