Kleinhau - MSC Kleinhau: Waghalsige Sprünge, Dreck und Motorenlärm

MSC Kleinhau: Waghalsige Sprünge, Dreck und Motorenlärm

Von: Hendrik Geisler
Letzte Aktualisierung:
10987585.jpg
„Beim Springen fühlt es sich an, als würde man fliegen“, sagt Aaron Steinbusch vom MSC Kleinhau. Foto: Hendrik Geisler

Kleinhau. Dreck, Motorenlärm und waghalsige Sprünge – für die meisten Menschen klingt das nicht gerade nach Feiertagsentspannung. Rund 4000 Besucher haben das am Wochenende anders gesehen und sich zahlreiche Rennen mit rund 250 Fahrern auf dem Moto-Cross-Gelände in Kleinhau angeschaut.

Am Samstag fanden Trainings- und Rennläufe in acht Klassen statt, Sonntag lieferten sich Fahrer in sieben Klassen einen Wettstreit um den Sieg. Besondere Attraktivität versprachen dabei die finalen Läufe in der IMBA-Europameisterschaft in der MX2-Klasse, bei denen erst Sonntagabend die Entscheidung um den EM-Titel fiel. Die Rennergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Auch andere Klassen boten den Zuschauern ein Spektakel. Bei den meisten Rennen fuhren Lokalmatadore des ausrichtenden MSC Kleinhau mit, auch bei den Junioren in der 85 ccm-Klasse. Wer hier die Favoriten waren, war schon an den Vorbereitungen zum Start zu erkennen. Aaron Steinbusch vom MSC Kleinhau und Konkurrentin Lisa Michels vom MCC Weilers-wist waren vor dem Start beide damit beschäftigt, die Fahrbahn zu begutachten, Steine an ihrer Startposition zu beseitigen und sich letzte Ratschläge einzuholen. Von den anderen Fahrern war zu der Zeit noch nichts zu sehen.

Seit fünf Jahren fährt Steinbusch (12) schon Moto-Cross. Als er das erste Mal an der Rennstrecke war, hatte ihn das Moto-Cross-Fieber schnell angesteckt. „Ich kann beim Fahren meinen Kopf frei kriegen und mag das Adrenalin und das Risiko“, schwärmte Steinbusch am Samstag und fügte hinzu, dass sich das Springen anfühle, als würde man fliegen. „Momentan ist das noch mein Hobby, aber ich würde schon gerne eine Profikarriere starten“, sagte er.

Am Samstag war die Gegenwart erst einmal näher als die Zukunft. Beim morgendlichen Zeittraining war Michels rund eine Sekunde schneller als Steinbusch. Im ersten Rennlauf wurde es dann ernst: Steinbruch setzte sich mit seiner KTM beim Start an die Spitze, ging als Führender in die erste Kurve und konnte seine Position zunächst halten. Dann zeigte sich jedoch auch die Fahrkunst seiner Gegnerin. Michels setzte sich an die Spitze und konnte einen klaren Vorsprung rausfahren, als Steinbusch ein Fahrfehler unterlief.

„Da habe ich mich selber ausgebremst“, konstatierte der Unglückspilz später. Trotzdem sei er mit dem zweiten Platz zufrieden. Begeistert hatten zuvor zahlreiche Zuschauer mit dem heimischen Fahrer gefiebert. Ben (6) war mit seinem Vater bereits zum dritten Mal an der Rennstrecke: „Ich mag es, wenn die Motoren so laut sind und die Musik vor dem Start gefällt mir.“

Er wolle demnächst auch Moto-Cross fahren. „Erst versuche ich es aber mit einem BMX-Rad.“ Auch Anna (8) besuchte die Rennstrecke mit ihrer Familie. Und genau wie Ben hat auch Anna Lust, in Zukunft auf der Kleinhauer Strecke Gas zu geben. „Mein Vater und mein Bruder fahren beide und haben mich auch schon im Garten auf eine Runde mitgenommen“, erzählte sie stolz.

Daumendrücken mit 80 Jahren

Dass der Motorsport auf zwei Rädern nicht nur für die Kleinen spannend ist, bestätigte Marlies Pasewaldt, die mit ihren 80 Jahren noch immer ihren Sohn bei seinen Läufen direkt an der Rennstrecke unterstützt. „Toll finde ich das aber nicht“, verriet sie und sagte auch gleich warum: „Ich mache mir immer Sorgen um ihn und hoffe jedes Mal, dass er sich nicht verletzt.“

Viel abgebrühter präsentierte sich Bernhardt Rak (75), der schon seit den 1970er Jahren Moto-Cross-Rennen in Kleinhau schaut. Dabei gefällt ihm vor allem das Zusammenspiel zwischen Motor und Natur. Zufrieden zeigte sich auch Adrian Braun, Vorsitzender des MSC Kleinhau: „Wir haben eine tolle 99. Rennveranstaltung auf die Beine gestellt.“ 2016 werde dann das 100. Rennwochenende und das 50-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Man kann sich sicher sein, dass auch dann wieder Dreck, Motorenlärm und waghalsige Sprünge das Geschehen am Rundkurs beherrschen werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert