Kleinhau - Motorcross: Wie ein Marathonlauf auf zwei Rädern

Motorcross: Wie ein Marathonlauf auf zwei Rädern

Von: Stephan Johnen
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Auf der Rennstrecke am Raffelsberg haben am Wochenende die Fahrer wieder ihre Kräfte gemessen. Foto: Stephan Johnen
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Auf der Rennstrecke am Raffelsberg haben am Wochenende die Fahrer wieder ihre Kräfte gemessen. Foto: Stephan Johnen

Kleinhau. Ohne Konditionstraining kommt beim Motocross niemand weit. „Das ist eine kräftezehrende Sportart“, weiß Adrian Braun aus eigener Erfahrung. Wer zwei Rennen absolviert hat, hätte auch locker einen Marathon laufen können, rechnet der Vorsitzende des MSC Kleinhau vor. Langlauf, Radfahren und Krafttraining sind daher ebenso wichtig wie das Training auf der Piste.

Unter dem Strich bleibt für die Fahrer des Motorsportvereins unter der Woche kaum Freizeit übrig. Am Wochenende ohnehin nicht, denn dann stehen die Rennen auf dem Programm. Über mangelnden Nachwuchs kann sich der Verein aber auch im Jubiläumsjahr nicht beklagen. Die Motoren laufen beim MSC seit fünf Jahrzehnten auf Hochtouren.

Zum Geburtstag gab es ein besonderes Geschenk: Der MSC richtete am Wochenende das Finale der Europameisterschaft in der MX 2-Klasse und das Saisonfinale der Deutschen Amateur-Meisterschaft aus (siehe Infokasten).

Während die Fahrer tagsüber ihre Kräfte maßen, wurde abends im Festzelt kräftig gefeiert. 1966 wurde der MSC Kleinhau gegründet, mittlerweile hat der Verein 200 Mitglieder, darunter auch Belgier und Niederländer – und zwei Rennsport-Fans aus den USA. Etwa 35.000 Fahrer aus zwölf Nationen seien bislang auf der Rennstrecke zu Gast gewesen, hat Adrian Braun einmal hochgerechnet.

Doch was macht die Faszination aus? „Dieser Sport ist etwas Einzigartiges. Dafür bin ich auch bereit, beinahe jedes Wochenende im Sommer unterwegs zu sein“, erklärt Rennsport-Fan Tim Wirtz seine Faszination. Der 23-Jährige aus Obermaubach gehört zu den besten Fahrern des MSC und ist auch bei Wettkämpfen immer weiter auf dem Weg nach oben.

Mit dreieinhalb auf dem Motorrad

Das erste Mal saß er mit dreieinhalb Jahren auf einem Motorrad. „Nachdem die Stützräder am Fahrrad abmontiert waren, habe ich mit Motocross begonnen“, sagt er augenzwinkernd. Sein Vater und sein Onkel fuhren damals schon für den MSC, der ältere Bruder sowieso. Ein anderes Hobby habe er nie haben wollen.

Von März bis Oktober ist Tim Wirtz unterwegs, seine Freundin fährt ebenfalls Rennen, beide unterstützen sich bei der dahinterstehenden Logistik und Wartung der Maschinen. „Motocross bedeutet Action und Adrenalin. Aber der Sport ist auch ein Lebensstil“, sagt der Industriemechaniker. Er hat Sponsoren gefunden, die ihn unterstützen. „Sonst wäre es finanziell nur schwer möglich“, sagt der junge Mann.

Nach fünf Jahrzehnten MSC möchte auch der Vorsitzende Danke sagen: an die Unterstützer und Sponsoren, die Mitglieder und Sportler, aber auch die „Nachbarn“, die Menschen aus der Gemeinde Hürtgenwald und alle Helfer, die rund um die Rennen im Einsatz sind.

Denn allein das Vorbereiten der Strecke nimmt mehrere Tage in Anspruch. „Dass der Rennsport am Raffelsberg zu den Highlights im Kreis Düren zählt, ist auch der Toleranz der Anwohner zu verdanken“, bedankt sich Adrian Braun. Am Wochenende waren etwa 5000 Zuschauer an der Rennstrecke in Kleinhau, bei den Flutlicht-Rennen sind es bis zu 10.000. „Das ist ein Wirtschaftsfaktor für Geschäfte, Hotels und Gaststätten“, ist der Vorsitzende überzeugt. Nachgefragt

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