Kleinhau - Motocross: Mit alten Schätzchen auf großer Tour

Motocross: Mit alten Schätzchen auf großer Tour

Von: Lukas Weinberger
Letzte Aktualisierung:
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Spannende Rennen mit packenden Überholmanövern: Auch in den Seitenwagen-Klassen gab es auf dem Raffelsberg fesselnden Motocross-Sport zu sehen. Foto: Lukas Weinberger
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Besonderes Verhältnis: Tim Simons und seine Maico.

Kleinhau. Es war nur ein kleiner Rutscher. Wirkung hatte der allerdings mehr als genug. Tim Simons, Motocrosser des MSC Kleinhau, war angefressen. Als Erster war der 18-Jährige in der Klasse Twin-Shock/Youngtimer aus den Startgattern geprescht, konnte die Führung zwar nicht halten, lag aber aussichtsreich auf Rang 4.

„Ich hätte in den Kampf ums Podium noch eingreifen können“, ist Simons sicher. Doch dann passierte es: In einer Kurve geriet der Obermaubacher aus der Balance, rutschte weg und stürzte – Podest ade. Und das ausgerechnet beim Heimrennen: der Mai-Veranstaltung des MSC Kleinhau, die von Freitag bis Sonntag wieder auf dem Raffelsberg zwischen Brandenberg und Kleinhau stattfand.

Tim Simons ist ehrgeizig genug, um sich über diesen kleinen Fehler zu ärgern. Er hatte sich schließlich auf das Rennen fast vor der Haustür lange vorbereitet – sich und seine Maico. Der Obermaubacher und sein Gefährt haben ein besonderes Verhältnis. Und das, obwohl der Altersunterschied zwischen den beiden doch recht groß ist. Simons‘ Maschine hat schon 31 Jahre auf dem Buckel, ist damit stolze 13 Jahre älter als ihr Fahrer. Aber der hat sich eben ganz bewusst den alten Schätzchen verschrieben: „Ich bin kurzzeitig auch auf modernen Maschinen gefahren“, erklärt der Obermaubacher. „Aber ältere Motorräder bereiten mir viel größeren Spaß.“

Sie bedeuten aber auch eine Menge Mehrarbeit. Denn es ist keineswegs so, dass man eine alte Motocross-Maschine nach dem Rennen in der Garage parkt und sie für die nächste Veranstaltung wieder herausholt. Im Gegenteil: Sie muss unheimlich gepflegt werden, an ihr muss geschraubt werden – und geschraubt und geschraubt. Das ist es, was Tim Simons so reizt. Und was ihn glücklich macht, wenn er auf seiner Maico Heimrennen bestreitet.

Glücklich mit ihren Platzierungen konnten zahlreiche Rennfahrer des MSC Kleinhau sein, die sich im international besetzten Fahrerfeld stark behaupteten und diverse gute Platzierungen einfuhren (siehe Infobox). Ein positives Fazit zog dann auch Adrian Braun, erster Vorsitzender des MSC Kleinhau: „Wir haben unseren Besucherrekord zwar nicht gebrochen, aber die Zuschauerzahl war sehr zufriedenstellend.“

Trotz einiger Schauern hatten sich an den drei Veranstaltungstagen wieder mehrere Tausend Besucher von den waghalsigen Sprüngen und rasanten Abfahrten faszinieren lassen. „Es kommen immer wieder zahlreiche Familien, die an zwei oder drei Tagen die Rennen anschauen“, freute sich Braun. Auch die Abendveranstaltungen an der Motocross-Rennstrecke – unter anderem zwei große Partys für Jung und Alt – seien gut angenommen worden. Unangefochtenes Highlight auch in diesem Jahr: das Flutlichtrennen am Freitagabend – ein deutschlandweit einmaliges Ereignis.

Und jetzt, wo alles vorbei ist, beginnen die Planungen für die nächste Veranstaltung: Schon im Herbst geht‘s weiter. Am 28. und 29. September trifft sich die Motocross-Elite wieder in Kleinhau. Wieder mit dabei: Tim Simons. Auf einen Rutscher will er dann aber verzichten. Nicht aber auf seine Maico.

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