„Mother of Africa“: Rhythmischer Rausch voller Emotionen

Von: Hannes Schmitz
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Die Ensemblemitglieder von „Mother of Africa“ begeisterten die Zuschauer in der für diese Vorstellung verkleinerten Arena Kreis Düren. Foto: Hannes Schmitz
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Akrobatische Kunstfertigkeit war Teil des Programms, zu dessen tragenden Elementen Rhythmus und Tanz gehörten.

Düren. Ein furioses Spektakel lief auf der Bühne in der Arena des Kreises Düren ab. Einige Hundert Zuschauer sahen in der verkleinerten Halle eine glänzend arrangierte Schau, die zwischen rasanten Tanz- und Gesangschoreographien, spektakulären artistischen Einlagen und ästhetischen Showakts pendelte.

„Mother of Africa“ entführte mit der Aufführung „Khayelitsha“ – was „Meine neue Heimat“ bedeutet und nach einer der größten Townships Südafrikas benannt ist – in einen rhythmischen Rausch voller Musik, Farben und Emotionen und karikierte doch zugleich charmant und mit einem Augenzwinkern bei clownesker Akrobatik die üblichen Klischees über den „Schwarzen Kontinent“.

In einer farbenprächtigen Kulisse wurde alltägliches afrikanisches Leben suggeriert, ein Stillleben, was irgendwie wie an den Haaren herbeigezogen wirkte. Kein Grund aber für Ärger, der weggewischt wurde von dem mitreißenden Sound der Vorstellung, ein Mix aus traditioneller afrikanischer Musik und coolen Grooves. Break- und Zulu-Dance verschmolzen zu einer Bewegung, zu einer tänzerischen Einheit. Beeindruckend war, mit welcher Natürlichkeit alle Akteure auf der Bühne agierten.

Klappte einmal eine Nummer bei den waghalsigen und atemberaubenden Kunststücken nicht, ein fast scheues Lächeln zum Publikum und prompt wurde ein neuer Versuch gestartet, der dann erfolgreich war. Hätte auch System haben können, dürfte sich manch kritischer Besucher gefragt haben, der dann doch der akrobatischen Kunstfertigkeit Beifall zollen musste.

Rund zwei Stunden lang wirbelten durchtrainierte Körper über die Bühne und verbanden alles zu einem großen und fröhlichen Miteinander von Akrobaten, Tänzerinnen und Tänzer sowie Sängerinnen und Sängern. Alles war ständig im Fluss, alles ständig in Bewegung. Rhythmus und Tanz waren tragende Elemente, der rote Faden in der Bühnenshow. „Dazwischen“ die besonderen Show-Acts, die an erstklassiges Varietétheater erinnerten.

Die Requisiten kannte und kennt man – eigentlich das Übliche, was ansonsten im Manegenrund zu sehen ist: ein Einrad, ein Springseil, eine Leiter, Ringe, Gegenstände aus dem Alltag wie Waschschüsseln, Balance – Nummern oder Menschenpyramide. Und doch immer wieder faszinierend. Nicht nur die Vorführung, sondern auch, wenn sich die Konzentration und Anspannung der Artisten auf die Zuschauer überträgt und es ganz still wird in der Halle, um sich dann im nächsten Augenblick wieder von der Fröhlichkeit und Lebensfreude der Akteure anstecken zu lassen und im rauschenden Beifall, den eigenen Gefühlen freien Lauf zu lassen.

Was das Besondere bei „Mother of Africa“ ausmachte, war die Art und Weise wie die Utensilien genutzt, variiert und kombiniert wurden. Aus dem Spiel auf der Bühne heraus, aus Alltagsszenarien entstanden die akrobatischen Einlagen. Ein Handwerker wurde zum Leiterkünstler, ein Gleichgewichtsexperte hantierte auf ziemlich wackligem Untergrund, einer Rolle, mit Bauteilen. In der Höhe natürlich, wo es auch andere Solisten hinzog. Der jüngste Akrobat in der Gruppe hatte während seines Auftritts kaum Bodenberührung, wurde er doch von den Füßen seines Partners gedreht und zu Überschlägen und Salti „animiert“. Imponierend auch die junge Artistin, die mit Ringen überhäuft wurde. Flic-Flacs zuhauf, und ein „Gummimensch“ verbog auf einem Händlerkarren seinen Körper und zwängt diesen durch den Rahmen eines Tennisschlägers.

Eine Schau in der Kreisarena, in der die Musik eine wichtige Rolle spielte. Sie war exakt abgestimmt auf die Show-Einlagen und passte vor allem zu den dargebotenen Kunststücken. Alles wie aus einem Guss. Großen Anteil hatte daran die hervorragende Band, die für einen exzellenten Klangteppich sorgte sowie die Sängerinnen mit ihren erstklassigen Stimmen, die mit traditionellen afrikanischen Gesängen unterhielten. Starker und langanhaltender Beifall nach dem grandiosen Finale, der dann in stehende Ovationen mündet.

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