Moschee an der Veldener Straße: Die Freitagspredigt geht online

Von: Sarah Maria Berners
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In einem alten Verwaltungsgebäude der Metallwerke ist heute die Ditib-Moschee untergebracht. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Die Freitagspredigt wird in der Moschee an der Veldener Straße immer auch in Deutscher Sprache vorgelesen. Außerdem veröffentlichen die Gemeindemitglieder den Text jede Woche über Facebook. „Jeder soll lesen oder hören können, was hier gesprochen wird“, erklärt Atila Balikci.

Der Vorsitzende des türkisch-islamischen Vereins „Ditib“ weiß, dass es in der Bevölkerung Vorurteile gegenüber Moscheen und muslimischen Menschen gibt, Berührungsängste. Er will das ändern. „Der offene Dialog ist uns sehr wichtig und wir beantworten gerne auch kritische Fragen. Vorurteile lassen sich nur abbauen, in dem man sich öffnet“, sagt Atila Balikci.

Das gilt für beide Seiten. Die Themen IS und Salafismus sind allgegenwärtig. „Es ist verständlich, dass die Leute Angst haben. Aber wir distanzieren uns ausdrücklich von Gewalt“, betont Balikci. Wenn der Islam in den Medien in negativem Zusammenhang thematisiert wird, steige gleichzeitig das Interesse an der islamischen Gemeinde in Düren.

Die Menschen würden sich ein eigenes Bild machen wollen. Und wer ganz genau hinschaue, könne zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum erkennen. Rund 10.000 Muslime würden an der Rur leben, rund 7000 Menschen mit türkischen Wurzeln.

Was den Christen die Kirche ist, ist den Muslimen die Moschee. Am heutigen Tag öffnen deutschlandweit Moscheen ihre Türen. Sie laden ein, sich anzuschauen, was hinter den Mauern passiert. An der Veldener Straße gibt es neben den Gebetsräumen – einer für Männer, einer für Frauen – Gemeinschaftsräume, Räume für Religionsunterricht und eine Bibliothek.

Dreimal am Tag erklingt der Gebetsruf über der Stadt. „Eigentlich wird fünfmal pro Tag zum Gebet gerufen, aber aus Rücksicht auf die anderen Bürger verzichten wir auf zwei Rufe, die sehr früh und sehr spät erklingen würden.“

In der Moschee an der Veldener Straße kommen nicht nur Gläubige türkischer Herkunft zusammen. Auch viele Flüchtlinge suchen die Moschee zum Gebet auf und Muslime anderer Nationen, die in Düren leben. In den Moscheen finden auch Trauungen, Beerdigungen und Beschneidungsfeiern statt.

„Jeder Mensch hat das Recht auf eine Religion, und jeder braucht einen Platz, an dem er sie ausüben kann, ohne Hass und ohne Gewalt“, sagt Imam Özbek Muammer.

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