„More than Gospel” geht neue Wege

Von: Bruno Elberfeld
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Chorleiter Frank Grobusch, am Klavier, hat immer eine große Zahl Sängerinnen zu dirigieren. Es fehlen Tenöre und Bässe. Foto: bel

Mariaweiler. Die Tür zum Proberaum im Mariaweiler Pfarrheim geht immer mal wieder auf, auch schon als der Uhrzeiger die 18 Uhr überschritten hat. Chorleiter Frank Grobusch am Klavier strahlt weiter, auch die schon anwesenden Sängerinnen und Sänger bleiben gelassen und singen sich ein: „LalalaÉ”.

„Sie sehen, das gehört zu unserem neuen Konzept, dass jeder, sowohl Teenager als auch Erwachsener, in der Zeit zwischen 18 und 19.45 Uhr kommen kann, wenn ihm das möglich ist”, erklärt Grobusch. Ob das denn kein heilloses Durcheinander gebe, wenn alle fünf Minuten jemand komme und sich zu den Sängern setze?

Sopranistin Annette Buß gibt die Antwort: „Das Durcheinander hält sich im Rahmen. Die Leute, die später kommen, setzen sich ruhig hin und singen mit. Das passt!”

Grobusch und seine Sängerinnen und Sänger haben herausgefunden, warum Chöre immer weiter schrumpfen, obwohl viele Menschen immer wieder betonen, dass sie gerne singen. Als ein Hauptgrund kristallisierte sich der Zeitfaktor heraus. Da gibt es die Hausfrau, die nach getaner Arbeit eben erst eine halbe Stunde später kommen kann. Da ist der Angestellte, der bis 18 Uhr arbeiten muss und deshalb später erscheint.

„In unserem Chor gibt es keinen Zwang. Bei uns ist alles freiwillig, deshalb schauen Sie im Moment ja auch in fröhliche Gesichter”, sagt der Chorleiter. Eine positive Folge dieser Maßnahme: Der Chor wächst.

Und wo bleibt dabei die Qualität? Parallel mit der Quantität ist auch sie auf dem Vormarsch, denn Menschen, die mit Freude an die Arbeit gehen, machen ihren Job einfach besser. Nachteilig sei allein, so der Kirchenmusiker, dass das Einstudieren von Stücken verständlicherweise etwas länger dauere.

Der Chor „More than Gospel” existiert seit 2005, das neue Konzept gibt es seit Anfang dieses Jahres, trägt aber schon seine Früchte, die mit Zahlen belegbar sind. Im Augenblick ist die Mitgliederzahl auf 60 gewachsen. Schülerinnen und Schüler kommen schon ab der 5. Klasse zu den Proben. Vor jeder Probe gibt es die Stimmbildung.

„Wir singen alles, was Spaß macht. Der Name des Chores ist sein Programm”, erklärt Grobusch eine Säule des Erfolgs. Hinzu komme, dass sich die Chormitglieder in die Gestaltung des Programms einbringen könnten.

Was der Chor dringend braucht? Männer, sowohl Tenöre als auch Bässe. Zurzeit übernehmen einige Frauen den Tenorpart. Aber das soll kein Dauerzustand bleiben.

Anmeldungen und Nachfragen an den Chorleiter unter 02421/6930417 oder auch per E-Mail: frank.grobusch@gmx.de.
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