„Mordsträume“: Jutta Wilbertz liest beim Krimi-Kabarett-Abend

Von: heb
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Und singen kann sie auch: Jutta Wilbertz bei der Krimi-Lesung in Begleitung ihres Gatten Thomas. Foto: heb

Düren. „Dass meine Geschichten sich auch um Heimat drehen, war mir vor der Einladung hierher gar nicht bewusst“, schmunzelt Autorin Jutta Wilbertz. Im Rahmen der Bibliothekswoche zum Thema „Heimat-Sehnsucht-Identität“ las die Autorin aus Dorsten aus ihren Krimis und sang dazu in Begleitung ihres Gatten Thomas Wilbertz an der Gitarre.

Die Ankündigung von Bibliotheksleiterin Alexandra Oidtmann, „Jutta Wilbertz mordet da, wo wir zu Hause sind“, sollte sich im Verlauf des Abends als äußerst treffend erscheinen. In Ihre Geschichten vielen der mordshungrigen Künstlerin unter anderem Ehemänner, Schwiegertöchter, Klassenkameraden und Freunde zum Opfer. Ihre Morde sind eingepackt in lebensnahe und sehr nachfühlbare soziale Geschichten beispielsweise über Klassen- und Freundeskreistreffen.

Auch als Sängerin ihrer Chansons und Vorleserin bewies die Künstlerin Talent. Begleitet von ihrem Ehemann wurden natürlich auch in ihren Liedern vermeintlich vertrauten Personen Opfer ihrer Taten. „Meinen Ehemann habe ich aber noch nicht umgebracht, wie ihr sehen könnt“, gibt sich die Autorin augenzwinkernd dann doch ganz harmlos.

Ihre Geschichten hätten ihr sowieso schon den ein oder anderen peinlichen Moment beschert, verrät sie. So sei einmal eine Kurzgeschichte über den Mord an einer Schulfreundin ohne weitere Erklärung in einem Heimatkalender abgedruckt worden: „Meine ehemalige Religionslehrerin guckt mich seitdem nur noch mit wachen Augen an“, lacht Wilbertz.

Auch wenn der abschließende Mord nach der vierten Geschichte natürlich nicht mehr ganz so überraschend kam, wie am Anfang, so erlebten die Besucher auf dem „Erwachsenenabend“, wie die Bücherei die Lesung betitelte, eine gute Unterhaltung mit persönlichem Witz und Charme. Und auch wenn die Gäste sich zur Pause in der Bibliothek eingeschlossen fanden, am Ende durften alle den Abend lebend verlassen.

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