Modernes Theater: Handlung wird via Kopfhörer übertragen

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Käthe Hofrath, Lothar Schubert und Monika Rothmaier-Szudy (von links) wünschen sich, dass die Anlage im Haus der Stadt noch intensiver genutzt wird.

Düren. Seit einem Jahr gibt es im Haus der Stadt in Düren die Möglichkeit für blinde Theaterbesucher und solche mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, zehn Empfangsgeräte einer Audiodeskriptionsanlage zu nutzen.

Monika Rothmaier-Szudy, künstlerische Leiterin des Theaters, Käthe Hofrath, stellvertretende Vorsitzende des Inklusionsbeirats, und Lothar Schubert vom Blinden- und Sehbehindertenverein Düren setzten sich zusammen, um erste Erfahrungen mit der Anlage auszutauschen.

„Wir wollen die Anlage optimal nutzen und sind dazu auf Rückmeldungen angewiesen“, bringt Monika Rothmaier-Szudy den Anlass des Treffens auf den Punkt. Die Empfangsgeräte mit Kopfhörer haben zwei Kanäle. Je nach Einstellung können sie eingesetzt werden, um den Ton auf der Bühne für schwerhörige Menschen zu verstärken oder um für sehbehinderte und blinde Menschen das Geschehen auf der Bühne zu erläutern.

Die letztere Möglichkeit wird nur bei ausgewählten Veranstaltungen, vorwiegend Musiktheater, angeboten. Nach Rückmeldung von Lothar Schubert funktioniert die Anlage gut. Bislang war er bei mehreren Operetten und einer Oper im Theatersaal und hat sich die Handlung und die Auftritte über Kopfhörer beschreiben lassen. Das machen Monika Rothmaier-Szudy oder Dieter Powitz, die oben im Technikraum in einer improvisierten Plexiglaskabine sitzen. „Die Beschreibungen hatten das ideale Mittelmaß“, lobt Lothar Schubert, „Knapp und prägnant wurde das Bühnenbild beschrieben, die auftretenden Personen, die Handlungsabläufe.“

Monika Rothmaier-Szudy ist sehr froh über die positive Rückmeldung. „Das war für uns am Anfang ungewohnt. Inzwischen habe ich schon Einiges gelernt.“ Zum Beispiel, dass Frauen Wert auf die Beschreibung der Kostüme legen, Männer eher weniger. Für Monika Rothmaier-Szudy liegt eine Hauptkunst darin, eine passende Lücke im Bühnengeschehen zu finden, wo Beschreibung hineinpasst, ohne zu stören. Wer eines der Empfangsgeräte nutzen möchte, kann es sich reservieren lassen und dabei schon angeben, ob ein blinder oder sehbehinderter Theaterbesucher das Gerät nutzen möchte, oder ob es von einem schwer hörenden Besucher reserviert wird. Die Techniker im Haus der Stadt stellen die Geräte vorher auf den entsprechenden Kanal ein. Vor Beginn der Vorstellung werden sie ausgehändigt und ihre Handhabe erläutert.

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