Modellauto-Meisterschaft: Mit 70 Sachen über die Piste

Von: Gudrun Klinkhammer
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Von einer Tribüne aus steuerten die Piloten ihre Modellautos, die mit bis zu 70 Sachen schon mal zu Sprüngen ansetzten. Foto: Klinkhammer
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In den Rennpausen wurde im Fahrerlager eifrig geschraubt. Foto: Klinkhammer
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Die 13-jährige Lena Hürtgen aus Hürtgen trat an, ihren Titel als Juniorenmeisterin zu verteidigen. Foto: Klinkhammer

Kleinhau. Eine große Bodenwelle sorgte dafür, dass das Modellauto zu einem akrobatischen Luftsprung ansetzte und unsanft landete. Zack, da flog der Heckspoiler des kleinen Boliden durch die Gegend und blieb auf dem Seitenstreifen liegen.

Der Wagen indes fuhr unbeirrt weiter – auch ohne das aerodynamische Hilfsmittel. Einige der ferngesteuerten Modellautos verloren bei den vielen Luftsprüngen, die sie am Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft in Kleinhau absolvierten, aber auch komplett die Orientierung. Wenn sie auf dem Rücken liegenblieben, dann sprintete einer der Streckenposten los und half dem Flitzer wieder auf die Räder.

212 Meter lange Strecke

Auf der 212 Meter langen Strecke im Motor-Cross-Gelände am Ortsrand von Kleinhau wurde die Deutsche Meisterschaft in den Kategorien „Buggy 4WD“, „Buggy 4WD Standard“ und „Truggy 2WD“ in verschiedenen Altersklassen über zwei Tage hinweg ausgetragen. „WD“ steht für „Wheel Drive“ (Radantrieb). Die Miniautos im Maßstab 1:10 werden von 600 Watt starken Elektromotoren befeuert und besitzen überwiegend Allradantrieb. Lena Hürtgen, 13-jährige Schülerin aus dem gleichnamigen Ort Hürtgen, trat an, um ihren Titel als Deutsche Juniorenmeisterin zu verteidigen. „Bis zum 14. Lebensjahr“, erklärte die junge Pilotin, „fahren die Junioren, die Teilnehmer in der Jugendklasse sind bis 18 Jahre alt, daran schließt sich dann die Erwachsenenklasse an“.

Lena Hürtgen ging ganz gelassen an den Wettbewerb heran. Was sie freute und zu schätzen wusste: „Diese Meisterschaft wird auf meiner Hausbahn ausgetragen, das ist sehr angenehm, ich kenne ja die kritischen Stellen.“ Die junge, aber bereits sehr erfolgreiche Nachwuchsfahrerin, die auch am Wochenende wieder vorne mit dabei war, besucht die Sekundarschule Nordeifel. An das Hobby Modellautofahren kam sie dank ihres Vaters Klaus Hürtgen, der sein Hobby sogar zum Beruf gemacht hat.

Der wohl erfolgreichste Fahrer, der in Kleinhau am Start war, heißt Jörn Neumann, ist 25 Jahre alt und kommt aus Leverkusen. Auf die Frage, wie oft er bereits Deutscher Meister war, sagte er: „Keine Ahnung, unzählige Male, ich weiß es so spontan gar nicht mehr.“ Seine Europameistertitel hat er dagegen noch im Blick. Siebenmal räumte er auf dieser Ebene bereits ab, auch aktuell gehört der Titel ihm. Der Weltmeistertitel ist noch sein Traumziel, Vizeweltmeister ist er bereits. Dass er auch bei der DM in Kleinhau wieder das Maß aller Dinge war, überrascht daher nicht.

Wie die anderen 101 Fahrer, die in Kleinhau aus ganz Deutschland zusammenkamen, saß auch er zwischen den Rennen unter einem Zeltdach, zog Reifen auf und optimierte seinen Rennwagen. Im Alter von neun Jahren entdeckte er den Sport. Neumann, Auszubildender zum Groß- und Einzelhandelskaufmann, erinnert sich: „Ein Junge in meiner Straße fuhr ein Modellauto. Das gefiel mir sehr und ich wollte auch ein solches Auto haben.“ Seit Jahren trainiert er an den Wochenenden im Verein in Langenfeld. Zu seiner Trainingseinstellung generell sagt er: „Die Wettbewerbe, das ist für mich das bessere Training.“

Gefahren werden die bis zu 70 Kilometer pro Stunde schnellen Allradfahrzeuge im Sommer unter freiem Himmel auf Kunstrasen oder Lehmboden, im Winter in der Halle, ebenfalls auf Kunstrasen. Die Reifenprofile werden entsprechend angepasst. Was die Piloten in Kleinhau ebenfalls gerne in Anspruch nahmen, war die Druckluftstation, um Dreckpartikel aus den Karosserien zu entfernen. Diese

Zufrieden mit dem Verlauf der Meisterschaft waren die Ausrichter vom Modellsportverein Hürtgenwald. Mit zwischenzeitlichen Problemen wie einem Computerabsturz, heftigen Windböen und dem Regen am Sonntag gingen sie souverän um.

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