Mitternachtsshopping und mehr: Lohnt sich der Aufwand?

Von: Stephan Johnen
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Daniel Böttke ist seit sieben Jahren Manager des Dürener Stadtcenters, unter dessen Dach es 52 Geschäfte gibt. Foto: Stephan Johnen

Düren. Mitternachtsshopping, verkaufsoffene Sonntage und „Düren leuchtet“: Der Handel lässt sich einiges einfallen, um Kunden in die Innenstadt zu locken. Doch lohnt sich der Aufwand überhaupt? Braucht Düren solche Veranstaltungen und Aktionen? „Ja“, sagt Daniel Böttke, Manager des Dürener Stadtcenters, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das Umland schläft nicht“, fügt er hinzu.

Bad Münstereifel habe ein Outlet in der Innenstadt eröffnet, ab Herbst locke in Aachen das „Aquis Plaza“ neugierige Kunden, und Niederzier habe mit der „Neuen Mitte“ nachgelegt. „Wir steuern auf einen Verdrängungswettbewerb zu, die Kunden stimmen nach wie vor mit den Füßen ab“, warnt Böttke davor, als Händler die Hände in den Schoß zu legen.

Lebensmittel ausgenommen, sei das Einkaufen heute eher ein Erlebnis, ein „Event“, als eine Notwendigkeit. „Shoppen ist eine Freizeitbeschäftigung, muss für den Kunden mit Mehrwert verbunden werden“, sagt Böttke. Gerade an dieser Stelle böten sich dem klassischen Handel Chancen, auch als Abgrenzung zur Online-Konkurrenz. „Es geht nicht darum, Groß und Klein in einer Stadt gegeneinander auszuspielen“, sagt Böttke mit Blick auf Düren. Im Stadtcenter gebe es zwar 52 Geschäfte, „doch überleben können wir in der Stadt nur als großes Ganzes“, als Gemeinschaft von großen und kleinen Geschäften.

„Seit sieben Jahren bin ich an der Rur, es war zu Beginn nicht immer leicht, einen Fuß in die Tür zu bekommen“, blickt Daniel Böttke zurück. Mittlerweile habe sich die Zusammenarbeit in der Innenstadt aber deutlich verbessert, es werde nicht mehr „wie früher in Grenzen gedacht“.

Die gemeinsamen Aktionen des Handels, die Kunden weit über die Kreisgrenze hinaus anlockten, seien in der Zukunft immer wichtiger. „An einem verkaufsoffenen Sonntag haben wir hier mit Abstand mehr Umsatz als an jedem anderen Wochentag“, sagt Böttke. Davon würde die gesamte Stadt profitieren. Angesichts der wachsenden Konkurrenz des Online-Handels wünscht er sich mindestens einen solchen Sonntag im Monat. Böttke: „Verkäufer werden das vermutlich etwas anders sehen und es gibt auch Diskussionen um Arbeitsstunden, aber es geht letztlich auch um die Sicherung der Arbeitsplätze.“

40 Kilometer Luftlinie von Düren entfernt seien in den Niederlanden die Öffnungszeiten völlig freigegeben. Mit dem Effekt, dass sich sonntags Menschen aus dem Dürener Umland auf den Weg mach Heerlen und Maastricht begeben. Apropos benachbartes Ausland: „Es muss uns gelingen, die Stadt besser zu vermarkten – auch in Belgien und den Niederlanden“, sieht Böttke noch Potenzial: „Wir haben viel zu bieten. Aber wir müssen das den Menschen in Holland und Belgien auch mitteilen.“

Von der Politik wünscht er sich eine ausgeprägtere „Macher-Mentalität“. „Auch das City-Management muss wieder adäquat besetzt werden“, fordert er. Das Stadtmarketing dürfe nicht brach liegen.

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