Nideggen - Mittelalterlich: Burgenmuseum eröffnet die neue Saison

Mittelalterlich: Burgenmuseum eröffnet die neue Saison

Von: Bruno Elberfeld
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In diesem Kramladen in der Bur
In diesem Kramladen in der Burgkappelle gab es viel Nützliches, aber auch Krimskrams zu kaufen. Foto: bel

Nideggen. Um den Bergfried der Nideggener Burg heulte der Wind. Den Besuchern, Kunsthandwerkern, Händlern sowie den Rittern und Burgfräulein drinnen konnte er jedoch nichts anhaben. Die dicken Mauern würden auch einem starken Orkan trotzen.

Viele Familien kamen an diesem Wochenende ins Burgenmuseum, denn die Museumsleute, angeführt von Luzia Schlösser, der Leiterin des Museums, starteten in die neue Saison. Mit attraktiven Aktionen wollten sie „den Winter austreiben”. Ob ihnen das gelungen ist, werden die nächsten Tage zeigen.

Da saß gemütlich ein Buchbinder und reparierte alte Bücher. Welch tolle Sachen man aus Leder herstellen kann, demonstrierte ein Lederer. Durch die hohen Räume hallte mittelalterliche Musik. Annette Neubauer las am Sonntag aus ihrer Neuerscheinung „Das gruselige Burggespenst”.

Überall waren Ritterrüstungen zu sehen, selbst der Burgherr, der Graf, ließ sich in seinem festlichen Gewande sehen und fotografieren. Ritter und Burgfräulein schritten durch die Gänge und erklommen langsam die Treppen.

Ein Schmuckwerker lötete mit einer kleinen Flamme einen zierlichen Fingerring. Meditativ erschien das Herstellen eines Kettenhemdes. Der Handwerker verriet, dass er etwa 200 Stunden an einem Hemd arbeite. Dazwischen gab es immer wieder Spiele, die vor Jahrhunderten auf den Burgen und in den Häusern gespielt wurden.

„Wir wollen die Geschichte des Mittelalters im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen”, erklärte Luzia Schlösser das Ziel ihres Tuns. Denn wenn die Menschen sehen würden, mit welcher Mühe Tuche hergestellt, Fäden gesponnen und gewebt werden, könnten sie erahnen, dass das Leben unserer Vorfahren in unseren Augen zwar spannend, aber keineswegs leicht war.

Einen interessanten Auftritt boten die Männer und Frauen, die mittelalterliche Tänze aufführten. Das war ein Genuss für Augen und Ohren.

Kraft und Geschicklichkeit

Sehr spannend für Kinder: der Schwertkampf. Das Kämpfen in voller Rüstung und mit verschiedenen Schwertern ist gar nicht so einfach. Es erfordert Kraft und Geschicklichkeit. Da ging es nicht nur ums Draufhauen, um dem Gegner den Garaus zu machen. Kluge Kämpfer machten den Kontrahenten kampfunfähig und konnten eventuell ein Lösegeld eintreiben.

In der Kappelle des Jenseitsturms verkauften Künstler selbst gefertigte Waren. Liköre, Met und verschiedene Weine luden zum Verkosten ein.

In der Taverne, dem Verlies, in dem zwei Kölner Fürstbischöfe viele Monate geschmachtet hatten, konnten die Gäste ihre Energieverluste mit warmen und kalten Getränken sowie einem mittelalterlichen Eintopf wieder wett machen.
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