Mitreißender und dynamischer Gesang beim Frühlingskonzert

Von: Georg Neulen
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Der MGV Niederau und der MGV Voith boten mit der vereinten Kraft von 60 Männerstimmen ein beeindruckendes Konzert im Winkelsaal des Schlosses Burgau. Foto: Georg Neulen

Niederau. Die lokale Heimstärke des Männergesangvereins Niederau 1913, die Treue zum erfolgreichen Werkschor MGV Voith 1980 Düren und die mitreißende Arbeit eines dynamischen Chorleiters Walter Drees, der auch für seine Auftritte als Tenor bekannt ist, all das führte die vielen Zuhörer zu dem „Frühlingskonzert“ in den voll besetzten Winkelsaal.

20 mehr oder weniger bekannte Lieder boten der Gesangsverein und der Werkschor bei ihren wechselnden Auftritten – mit zwei gemeinsamen Höhepunkten der vereinten Kraft aller 60 Männerstimmen in der Mitte und am Schluss.

Theo Palm am Klavier

Mit der bewährten Unterstützung von Theo Palm am Klavier nannte Chorleiter Drees diese Phasen sogar einen „bombastischen Klang“. Die beiden Vorsitzenden Eduard Herzog und Herbert Fuß hatten anfangs mit dem großen Publikum viele Ehrengäste begrüßt und zuletzt reichlich Anlass, ihnen und den Mitwirkenden zu danken, die im Tropen-Look ohne die Vereinsjacketts auf der Bühne standen.

Mit der sommerlichen Hitze fühlten sich am frühen Abend alle Gäste emotional erwärmt, vorzüglich unterhalten und zum Verweilen eingeladen.

Nach dem alten „Tanzlied“ des Engländers Thomas Morley als Auftakt, moderierte Walter Drees. Er betonte, wie sehr die Stücke zum Thema Lob der Natur, der Liebe und Freundschaft und der Freude an Festen passe oder ernst und heiter Kontraste schaffen werden. Die Niederauer bewiesen das im ersten Block mit „Rosenfrühling“, „Waldandacht“ und „In der Ferne von meiner Süßen“, beseelt von Vogelstimmen und Blumenduft.

Große Dichter und Komponisten

Die Voith-Sänger wählten eine Serie von Stücken großer Dichter und Komponisten, wie Goethes „Sommerlied“, vertont von Mendelssohn Bartholdy, Schuberts „Abendfrieden“ und erneut Bartholdy mit „Ersatz für Unbestand“. Friedrich Rückert bedauert darin den flüchtigen Genuss von Wein und Kuss, empfiehlt aber optimistisch, das Glas erneut zu füllen und immer weiter zu küssen.

Beiden Chören zusammen bot Franz Schubert den ersten Höhepunkt mit dem gehaltvollen Lied „Das Dörfchen“: gefeierte Heimatliebe im akzentuierten Wechsel von Tenören und Bässen, „dass auch die Zeit diesen Zauber nicht zerstöret“.

Danach hatte der MGV Niederau eine stimmungsvolle Mischung parat: Aus der Stille ein „Abendlied“ von B. Weber, dann exotische Eindrücke von „Moskau bei Nacht“ mit Lichtern einer Märchenstadt und dem Zauber der Türme am Fluss.

H.-J. Loevenich hat den Übermut eines unglücklichen Liebesabenteuers „Ich ging in einer Nacht“ witzig vertont. Ein Dialektlied war mit „Kirmesleed“ von O. Gilles – „Morje fänk os Kirmes aan“ – auch dabei.

Amouröse Vieldeutigkeit deuteten die Voith-Sänger an: „Am Doubs“, ein französischer Fluss, der wie „du“ gesprochen wird und des Reimes wegen viele muntere Wortpaare aufruft. „Seht nur mein Mädchen“ kam tänzerisch schwingend daher, ehe die Geschichte ihr Happy End fand.

Anspruchsvolle Einsätze

Die Texte im „Verführertango“ und im bekannten Lied „Mein kleiner grüner Kaktus“ gestaltete der Chor mit anspruchsvollen Einsätzen. Musikalische Edelsteine leuchteten im gemeinsamen Abschluss. Drees konnte bei E. Griegs „Landerkennung“ seinen starken Tenor für die Rede des heimkehrenden Königs Trygvason einsetzen.

Die eigene Begeisterung fanden die Sänger bei Verdis „Ernani“ mit „Erhebet das Glas“. Innig wehmütige Erinnerungen an das alte Düren rief das von A. Leufgens und Chr. Werres vertonte „Wenn es Nacht wird über Düren“ im Publikum wach.

Wie eine Zugabe für alle Gefühlsregister erklang im Anschluss „Ein Tag voll Harmonie“, die deutsche Fassung von „Amazing Grace“.

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