Düren - Mitreißende Variationen zweier Virtuosen

Mitreißende Variationen zweier Virtuosen

Von: han
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Ein toller Jazzabend mit Melanie Wainwright und Günther Joost (l). Das Publikum feierte die Musiker, die erstmals zusammen auftraten. Foto: Schmitz

Düren. Eine gelungene Premiere in der immer attraktiver werdenden Reihe „Planet Jazz”: Im Bürgerhaus Düren-Ost standen erstmals Melanie Wainright und das Dürener Jazz-Urgestein Günther Joos auf der Bühne.

Die Jazzsängerin und der Vibraphonist, begleitet von einer exzellenten Rhythmusgruppe, hatten ein Programm zusammengestellt, das der Intimität des „Jazz-Kellers” entsprach. Blues, Swing, Balladen, temporeiche Stücke: Ein Abend, der zwischen spielfreudigen und mitreißenden Höhepunkten pendelte. Jazzstandards bildeten die Grundlage für das Quintett, das in dieser Besetzung zum ersten Mal zusammenspielte.

Im Blickpunkt des Publikums im fast ausverkauften Saal standen Melanie Wainwright und Günther Joos, ein „Wirbelwind” am Vibraphon. Er glänzte nicht nur als Teil der Begleitband, sondern auch als Solist. Es war fantastisch, seinem Spiel zuzusehen und den vollen Tönen von fast atmosphärischem Klang zu lauschen. Hoch konzentriert ließ er die Schlägel über die Metallplatten sausen und erinnerte in den vielen starken Solo-Momenten an das „Modern Jazz Quartett”.

Er war auch der stille Leiter der Band, der die „Frontfrau” Melanie Wainwright voll zur Geltung kommen ließ. Sie bestach durch Stimme und geschmeidige Bewegungen auf der Bühne. Ihr Gesang war facettenreich, Tonstärke und Klangfarbe wandelten sich. Wohlklingend Melodiöses wechselte mit rauchigem Bluestimbre, die leicht lockere Swing-Stimme änderte sich in nuancenreichen Töne, wenn sie musikalische Geschichten vortrug.

Das Reizvolle an diesem Abend war, wie die erstklassigen Musiker über die Harmonien der Stücke improvisierten, sie das ursprüngliche Thema gestalteten, interpretierten, veränderten oder verfremdeten, um dann zur anfänglichen harmonischen Basis zurück zu kehren. So entwickelten sich in den Soli überraschende, eindrucksvolle Variationen.

Bewundernswert, wie Jazz-Tausendsassa Stefan Michalke am Piano und Keyboard seine Solo-Parts melodisch und rhythmisch einteilte, das musikalische Motiv gliederte. Ein erstklassiger Auftritt auch von Bassist Manfred Hilger, der die Bassläufe klangvoll und volltönend umsetzte und durch gekonntes Alleinspiel gefiel. Im Hintergrund, aber nicht zu überhören, der Lütticher Schlagzeuger Antoine Cirri mit seinem temporeichen Spiel, das er mit solistischen Einleitungen und rhythmischen Einfällen ausschmückte.
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