Düren - Mitglieder abkassiert: Bewährungsstrafen für Betrüger

Mitglieder abkassiert: Bewährungsstrafen für Betrüger

Von: hp
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Düren. Eine lange Reihe von Aktenordnern bildete die Kulisse hinter dem Richtertisch. Die Staatsanwaltschaft warf zwei Männern und einer Frau aus Düren und Eschweiler, die aus Russland stammen aber die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, Betrug im großen Stil vor.

Da zunächst 986 Fälle gewerbsmäßigen Betrugs angeklagt waren, hätte das Verfahren vor dem Erweiterten Schöffengericht mit zwei Berufs- sowie zwei Laienrichtern wahrscheinlich über 50 Verhandlungstage in Anspruch genommen. Hätte, denn im Dürener Amtsgericht stellte sich heraus, dass nur zwölf Fälle den Tatbestand des Betruges erfüllten.

In diesen Fällen waren die beiden Männer auch geständig. Im Oktober 2008 hatten die beiden inzwischen 32 und 40 Jahre alten Angeklagten, die miteinander verwandt sind, sowie die jetzt 31-jährige Ehefrau des 32-Jährigen im Vereinsregister des Amtsgerichts einen Verein eintragen lassen. Dessen Ziel war es, in Deutschland lebenden Landsleuten zu helfen, etwa mit Sprachförderung oder Computerkursen. Irgendwann habe sich, so sein Anwalt, der 32-Jährige als Vereinsvorsitzender telefonisch beim Gericht erkundigt, ab man den Verein nicht auch als „Kommerz- oder Wirtschaftsverein“ führen könne. Dies sei verneint worden.

In zwölf vom Gericht herausgefilterten Fällen waren jedoch Mitgliedschaften in einem „Wirtschaftsverein“, der überhaupt nicht existierte, zustande gekommen. Dabei hatten die Geschädigten, weil ihnen als Mitglied offenbar günstige Kredite offeriert wurden, jeweils unterschiedliche Zahlungen geleistet. Dazu zählten Aufnahmegebühren, aber auch Kosten für Kreditkarten und Prüfgebühren. Das Geld versickerte offenbar in der Verwaltung.

Das Verfahren gegen die 31-Jährige, die als „stellvertretende Vorsitzende“ mehrfach unterschrieben hatte, weil sie ihrem Ehemann offenbar blind vertraute, wurde eingestellt. Das Gericht unter Vorsitz von Dr. Stephan Ebeling verurteilte den 32-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat. Der 40-Jährige wurde aufgrund einschlägiger Vorstrafen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.

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