Mit viel Elan auf dem Weg zum „Seepferdchen“

Von: Sarah Maria Berners
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Das „Seepferdchen“ ist das Ziel: Pascal ist einer der Betreuer, der den Kindern im Ferienkurs des DTV das Schwimmen beibringt. Foto: Sarah Maria Berners
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Ulrich Funken bringt Kindern in den Ferien wieder das Schwimmen bei. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Viele Kinder lieben es, im Wasser zu planschen, zu schwimmen, vom Beckenrand zu springen, zu rutschen. Viele Kinder, aber nicht alle. „Ich hatte bisher immer etwas Angst vor dem Wasser. So richtig gut hat das Schwimmen deswegen nicht geklappt“, erzählt Nelli (Name von der Redaktion geändert).

„In dem Ferienkurs habe ich viel gelernt. Ich habe jetzt keine Angst mehr und es macht mir Spaß, im Wasser zu sein.“ Wenn alles gut läuft, wird Nelli jetzt sogar das „Seepferdchen“ machen.

So wie Elli geht es vielen Kindern. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kann jedes zweite Kind in Deutschland noch nicht sicher schwimmen, wenn es die Grundschule verlässt. Damit sich Deutschland nicht zum Nichtschwimmer-Land entwickelt, geben in Düren zum Beispiel die DLRG, der GFC Düren 99 und der DTV Schwimmkurse.

„Schwimmen zu können, ist auch ein Stück Lebensqualität“, findet Ulrich Funken vom DTV, der in den Ferien mit Unterstützung der Bürgerstiftung und einigen Jugendlichen wieder vielen Kindern das Schwimmen beibringt. Gerade im Sommer werde das deutlich, wenn es die Menschen ans Meer, an Seen und in Freibäder ziehe. „Sich sicher im Wasser bewegen zu können, ist dann natürlich wichtig“, weiß Funken.

Er hat bemerkt, dass die Zahl der Nichtschwimmer in den vergangenen Jahren gestiegen ist. „Auch viele Eltern können nicht schwimmen und so werden die Kinder in jungen Jahren gar nicht mit dem Wasser vertraut gemacht. Das potenziert sich.“ In den Schulen komme der Schwimmunterricht oftmals zu kurz. Und wenn es Schwimmunterricht gebe, bleibe mit An- und Abreise nur wenig Zeit für den eigentlichen Sport, weiß Funken.

„In der Schule habe ich das Schwimmen nicht so richtig gelernt. Es ist gar nicht so einfach, Hände und Beine gleichzeitig richtig zu bewegen“, erzählt eines der Kinder aus dem Kurs, dass das Schwimmen rasch gelernt hat. Die fünf Betreuer würden sich viel Zeit nehmen, um den zwölf Kindern Details zu erklären und ihnen bei den Übungen sagen, was sie noch besser machen können.

Ganz am Anfang des zweiwöchigen Kurses stand aber die Wassergewöhnung auf dem Programm, Ängste und Blockaden sollten abgebaut werden. Daher gehören Nassspritzen und Springen ebenso dazu wie das „Blubbern“, um gegen den Widerstand des Wassers auszuatmen. „Außerdem müssen die Kinder lernen, dem Wasser zu vertrauen, sie sollen sehen, dass das Wasser sie trägt“, erklärt Funken. Mit der Sicherheit komme dann auch die Freude.

„Mit dem Kopf zuerst ins Wasser eintauchen, kostet schon ein bisschen Überwindung“, erzählt Tina (Name geändert). „Aber wenn man das ein paarmal geübt hat, ist es gar nicht mehr schlimm.“ Und wenn dann die Flossen an den Füßen sind und die Brille auf der Nase sitzt, kann es losgehen. Auf dem Rücken. „Das ist für den Anfang viel angenehmer, da die Kinder gut atmen und sehen können“, erklärt Funken. Und während der Kursleiter das erzählt, machen einige Kinder schon Unterwasserpurzelbäume und Handstand. Die Angst ist weg, ein Ziel erreicht.

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