Mit Reha-Sport die Beweglichkeit erhalten

Von: Gudrun Klinkhammer
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Viel Bewegung wie hier bei der Wassergymnastik ist für Menschen mit Morbus Bechterew extrem wichtig, um so die Wirbelsäule beweglich zu halten. Foto: DVMB Landesverband NRW

Düren. Der Rücken steht bei den Menschen, die an Morbus Bechterew leiden, im Fokus. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich eine Krankheit, die die Wirbelsäule über die Jahre hinweg betrifft. In wenigen Fällen kann die Wirbelsäule versteifen.

Etwa 700.000 Menschen leiden in Deutschland darunter, einige davon in Düren und Umgebung. Martina Müller aus der Gemeinde Hürtgenwald ist eine der Betroffenen. Die berentete Industriekauffrau wurde bereits im Alter von 13 Jahren von Schmerzen im Becken und in der Lendenwirbelsäule geplagt. Die Diagnosestellung ist nicht immer ganz einfach. Martina Müller allerdings hatte Glück. Der Arzt benötigte nur zwei Jahre, um Morbus Bechterew zu bennen. Es gibt allerdings auch Fälle, da dauert eine Diagnose viele Jahre mehr. Müller: „In den 1960er Jahren hieß es immer, 80 Prozent Männer seien betroffen und nur 20 Prozent Frauen.“

Inzwischen liegt die Verteilung der Prozentzahl bei 50/50. Zunächst wird von den Medizinern Bewegung als eine Therapieform empfohlen, um die Wirbelsäule so lange wie möglich gelenkig zu halten. Medikamente werden parallel dazu eingesetzt, um die Schmerzen lindern.

In der Regel verläuft die Krankheit, bei der es sich um eine entzündlich-rheumatische Form handelt, in Schüben. Die Entzündungen spielen sich in erster Linie im Bereich der Wirbelsäulengelenke ab. Dort entstehen dann Vernarbungen und Kalk lagert sich ein, was wiederum zur Versteifung führen kann. Bei einer Aufrichtungs-Operation, wie sie Martina Müller vornehmen ließ, werden Wirbel zunächst gebrochen.

Anschließend werden auf Segmente entnommen. Dann wird die Wirbelsäule wieder aufgerichtet und in Form gesetzt. Müller: „Vor 20 Jahren bin ich aufgerichtet worden, ein halbes Jahr verbrachte ich in einem Stehgips und danach noch ein halbes Jahr in einem Kunststoffkorsett.“ Den Entschluss fasste die heute 56-Jährige, weil sie Angst hatte, sich aufgrund der Rückenkrümmung, von der sie damals stark betroffen war, die inneren Organe einzuklemmen.

Als junge Frau maß Martina Müller 1,56 Meter, aufgrund der Rückenkrümmung kam sie irgendwann nur noch auf 1,38 Meter. Heute ist sie wieder 150,50 Meter groß und freut sich über die wiedergewonnene Lebensqualität. Was auffällt: Sie ist ein sehr fröhlicher Mensch mit einer schwungvollen Ausstrahlung. Dazu sagt sie: „Tatsächlich sind die Bechterewer fast alle auffallend fröhliche und lebensfrohe Menschen.“

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