Birkesdorf - Mit Nachqualifizierung gegen den Facharbeitermangel

Mit Nachqualifizierung gegen den Facharbeitermangel

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Yvonne Klück (l.) und Bruno Horvat erklärten Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel im Beisein vom CMC-Geschäftsführer Dr. Michael Thie (r.) ihre Zusatzausbildung zum Anlagen- und Maschinenführer. Foto: Abels

Birkesdorf. Auf der einen Seite haben 60 Prozent aller Arbeitslosen in der Region Aachen keinen Berufsabschluss, müssen sich viele junge Arbeitnehmer zwischen 25 und 35 Jahren ohne Qualifikation mit gering bezahlten Jobs begnügen, während auf der anderen Seite in einigen Branchen schon jetzt Fachkräfte fehlen.

Ein Schlüssel zur Lösung des Problems ist die Qualifizierung von an- und ungelernten Arbeitnehmern, die mit zusätzlichen Fachkenntnissen und einem Berufsabschluss zu wertvollen Mitarbeitern werden können. Dies unterstützt das Bundesbildungsministerium seit Jahren mit dem Programm „Perspektive Berufsabschluss“, im Zweckverband Region Aachen im Projekt „SAG & AN“ – Serviceagentur für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Bei der Firma CMC Consumer Medical Care haben sich zwei frühere Leiharbeiter im Rahmen einer befristeten Festanstellung auf den Weg der Nachqualifizierung gemacht. Die frühere Backereifachverkäuferin Yvonne Klück (37) und der Fachinformatiker Bruno Horvat (32) werden, läuft alles nach Plan, im Frühjahr 2014 vor der IHK ihre Prüfung zum Maschinen- und Anlagenführer ablegen.

Weil sie länger als vier Jahre nicht mehr im erlernten Beruf tätig waren, gelten sie als ungelernte Beschäftigte. „Ohne Kostenübernahme aber wäre dieser Schritt für uns nicht möglich gewesen“, betont CMC-Betriebsleiter Dr. Michael Thie, der weiteren Bedarf im Hause sieht. Die Arbeitsagentur übernimmt während der 16-monatigen Nachqualifizierung die Lehrgangskosten und 80 Prozent der Lohnkosten der beiden Mitarbeiter, die im Fall CMC Blockunterricht am Berufsbildungszentrum Euskirchen besuchen.

„Aus Hilfs- wird Fachkraft“ lautet das Motto der modularen, abschlussorientierten Nachqualifizierung. Das ist der Weg, den Tanja Woydanowitz vom „SAG & AN“-Projekt nach zweijähriger Beratungserfahrung nun auch in einem Leitfaden dokumentiert hat.

„Ich kann alle Betriebe nur ermuntern, sich dem Thema Nachqualifizierung zu stellen“, betonte Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel gestern bei einem CMC-Besuch. Und dabei denkt er auch an Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, denen zur Anerkennung ihres in der Heimat erworbenen Berufsabschlusses noch einzelne Bausteine fehlen. Es gelte, das Potenzial jedes Einzelnen zu erkennen und zu fördern“, betonte Rachel. Fördermittel stehen bereit. Die Arbeitsagentur Aachen-Düren kann im laufenden Jahr 200 Maßnahmen in der Region fördern, betonte Jürgen Koch.

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