Düren/Heimbach - Mit Messer ins Amt: zwei Jahre auf Bewährung

Mit Messer ins Amt: zwei Jahre auf Bewährung

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Düren/Heimbach. Der Mann, der Ende Oktober vergangenen Jahres in Heimbach einen Mitarbeiter der Job-Com mit einem Messer bedroht hat, ist jetzt vom Amtsgericht in Düren verurteilt worden. Der Fall sorgte für Aufsehen, weil es wenige Wochen zuvor in Neuss eine ähnliche Messerattacke gegeben hatte, allerdings mit tödlichem Ausgang.

Der 37-Jährige, der sich in Düren vor Richter Dr. Stephan Ebeling verantworten musste, lebte damals auf einem Heimbacher Campingplatz in einem Wohnwagen. Er war Hartz-IV-Empfänger und sollte vor weiteren Zahlungen noch Bescheinigungen beibringen. Unter anderem ging es um eine Meldebescheinigung, die noch fehlte.

Messer in der Hand

Der Mann fühlte sich, wie er vor Gericht sagte, hin- und hergeschickt. An jenem 29. Oktober, einem Montag, gegen 11.30 Uhr stürmte er in die Räume der Job-Com, Außenstelle Heimbach. Diese befindet sich im Alten Rathaus der Stadt.

Bei sich hatte der Angeklagte ein Küchenmesser. „Ich krieg jetzt mein Geld, egal wie“, soll er gesagt haben. Das Messer hielt er in der Hand, so dass der Mitarbeiter der Job-Com es sehen konnte.

Der 58-Jährige geriet nicht in Panik, reagierte vielmehr äußerst kühl und besonnen. Er sagte, er werde sich sofort um die Angelegenheit kümmern, der Campingplatzbewohner möge sich doch erst mal draußen hinsetzen. Das tat der Mann.

Amphetamine genommen

Der Angestellte rief daraufhin die Polizei zu Hilfe, die auch schnell erschien und den Angeklagten festnahm. Der Mann, so wurde vor Gericht festgestellt, hatte am Tattag Amphetamine genommen. Er war damals außerdem körperlich abhängig von Alkohol und Drogen.

Er kam noch am 29. Oktober in Untersuchungshaft und hat dort, wie er dem Schöffengericht mitteilte, seine Sucht überwunden.

Verurteilt wurde er zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Vor Gericht hat sich der Mann vorbehaltlos bei seinem Opfer entschuldigt. Seine Vorstrafen fielen bei der Urteilsfindung nicht besonders ins Gewicht, weil er sich seit 2003 nichts mehr zuschulden kommen ließ.

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