Mit Liebe zum Segeln und Blick für die Thermik

Von: Gudrun Klinkhammer
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Florian Becker (hinten Mitte) hat die Freiflugmeisterschaften der Modellflieger bereits zwei Mal gewonnen. Am Wochenende trat er erneut am Badewald in Heimbach an. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Club-Vorsitzender Walter Schöller organisiert die Freiflugmeisterschaften, eine Jury berechnet die Ergebnisse. Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. „Es wäre schön, aber es muss nicht sein“, sagt Florian Becker. Der sympathische 13-Jährige aus Hergarten stand in den vergangenen beiden Jahren ganz oben auf dem Treppchen. Zwei Mal hintereinander gewann er die Freiflugmeisterschaft des Deutschen Modellflieger Verbandes für das Rheinland des Modellflugclubs (MFC) Burgfalke Heimbach-Düren auf dem Clubgelände am Badewald bei Heimbach.

Ob er auch in diesem Jahr gewinnt, das wird sich zeigen. Die Ergebnisse werden später bekanntgegeben.

Florian Becker kam vor drei Jahren über das Angebot der Ferienspiele zum Hobby „Modellflugzeug“. Zunächst baute er einen kleinen Flieger selber, dann ließ er ihn unter Aufsicht von erfahrenen Piloten in die Lüfte steigen. Die Technik und die Vereinskollegen begeisterten ihn, ließen ihn nicht mehr los.

Ein wenig vorbelastet ist er durch seinen Großvater, der in der Eifel auf dem kleinen Flugplatz Dahlemer Binz einen richtigen Sportflieger stehen hatte. Mit diesem durfte er schon einmal mitfliegen.

Im Winter nun baut und repariert Florian Becker seinen Flieger; ein zweites Modell, ein Motorsegler, wird bald fertig sein. „Ich kann mir dank der Modelle inzwischen gut vorstellen, wie die großen Flieger aufgebaut sind“, erklärt Becker. Während eine Freiflugmaschine ohne Motor rund 200 Gramm wiegt, bringt ein Motorsegler in Modellform schon 500 Gramm oder auch mehr auf die Waage. Der Akku des Modells, das der junge Hergartener derzeit baut, hält rund 15 Minuten. Die Meisterschaft, die nun zum zehnten Mal bei Heimbach am Sonntag über die Bühne ging, bestritt der Schüler der Realschule Schleiden mit einem Freiflugmodell.

Mit Ersatzflieger zum Erfolg

Ganz alleine, also ohne Aufsicht, darf er die Flugzeuge noch nicht in die Luft steigen, fliegen und landen lassen. Auch nicht zu Trainingszwecken. Florian Becker: „Erst, wenn die älteren und erfahreneren Vereinskollegen mir grünes Licht geben und ich mich ausreichend sicher fühle, ist es soweit.“

Dennoch scheint er ein gutes Händchen zu haben, denn im vergangenen Jahr sicherte er sich sogar den ersten Platz, obwohl ihm sein eigener Flieger während des Wettbewerbs kaputt ging und er mit einem Ersatzflieger den finalen Durchlauf meistern musste. Rund zwei Minuten hielt sich das kleine Flugzeug in der Luft und segelte in aller Seelenruhe dann sanft zu Boden.

Das Wetter halten die Segelflieger dabei immer im Auge. Möglichst trocken und windstill – so sieht das optimale Flugwetter aus. Davon konnte diesmal keine Rede sein. Der Wind fegte mit beträchtlicher Kraft über die exponierte Eifelhöhe am Badewald, und die kleinen Flieger hatten es gar nicht so leicht, an Höhe zu gewinnen. Florian Becker hatte die Startnummer eins. Der erste Flug glückte ohne Bruchlandung, doch war die Zeit noch verhalten. Um die Flieger, die zum Starten mit einer Leine hochgezogen werden, auch wieder vom Boden aufsammeln zu können, werden zunächst die Windrichtung und die Thermik beachtet und berechnet.

Mit einem Quad fährt ein Vereinsmitglied los, um auch weiter entfernt gelandete Modelle schnell wieder an den Start holen zu können. Natürlich gibt es auch immer Mal wieder Ausreißer, die in einer Baumkrone landen und dort verharren müssen, weil niemand mehr dran kommt. Manche Modelle fliegen auch auf „Nimmerwiedersehen“ davon.

Spannweite bis zu 1,20 Meter

Beschäftigt sich Florian Becker mal nicht mit der Fliegerei, dann hilft er bei einem benachbarten Landwirt aus. Becker: „Das bringt mir sehr viel Freude, da lerne ich ebenfalls eine ganze Menge.“ Für die zehnte Freiflugmeisterschaft des Deutschen Modellflieger Verbandes für das Rheinland, ausgerichtet vom Verein MFC Burgfalke Heimbach-Düren mit dem Vorsitzenden Walter Schöller an der Spitze, durften sich Jugendliche anmelden, die das 16. Lebensjahr noch nicht überschritten hatten. Eine Vereins- oder Verbandszugehörigkeit war nicht zwingend erforderlich. Zugelassen wurden Freiflugmodelle mit einer Spannweite von bis zu 1,20 Meter.

Fertigmodelle der Spielzeugindustrie waren nicht zugelassen. Zu den Regeln: Es wurden drei Durchgänge geflogen, wobei jeder Teilnehmer maximal drei Versuche pro Durchgang hat. Lag die Flugzeit beim ersten Versuch unter zehn Sekunden, durfte noch einmal gestartet werden. Die Freiflugmodelle mussten eben mit einer 50 Meter langen Leine und einer Umlenkrolle hochgezogen werden. Ein Helfer stand dabei jedem Piloten zur Verfügung.

Nach dem Ausklinken flogen die Modelle frei mit dem Wind. Jede Sekunde „Flugzeit“ bis zur Landung oder bis das Flugmodell nicht mehr gesehen wurde, ergab einen Wertungspunkt. Nach drei Minuten beziehungsweise 180 Sekunden/Punkten endete die Wertung.

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