Mit leuchtenden Augen balanciert, jongliert und gezaubert

Von: Beate Weiler-Pranter
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Mit traumwandlerischer Sicherh
Mit traumwandlerischer Sicherheit präsentierten kleine Luftakrobaten ihre Kunststücke. Foto: bwp

Heimbach. „Wir alle haben riesiges Lampenfieber! Das Einzige, was dagegen hilft, ist euer Applaus!”, erklären zwei kleine Zirkusdirektoren im goldenen Glitzerfrack dem Publikum. Und nachdem der einzig „richtige” Applaus - klatschen, jubeln und mit den Füssen trampeln - geprobt worden ist, ziehen 162 Nachwuchsartisten in die Manege des Zirkus „Zapp-Zarap” ein.

Nur vier Tage Zeit

Überzeugt vom pädagogischen Konzept des Mitmach-Zirkus hatte Schulleiter Joachim Dunkel das circensische Spektakel nach Heimbach geholt. Für vier Tage ließen die Grundschüler ihre Bücher links liegen, um mit den Zirkuspädagogen Ruth Suemondt und Ivo Lindemann ein Programm einzustudieren.

In allen Klassenräumen wurde mit leuchtenden Augen balanciert, jongliert und gezaubert. Auf den langen Fluren der Einmarsch in die Manege geprobt, denn bei 162 Mitwirkenden muss jeder Einzelne seinen Platz im Eff-Eff finden. „In den ganzen Tagen hat kein einziges Kind wegen Krankheit gefehlt.

Das ist äußerst ungewöhnlich für diese kalte Jahreszeit”, beschreibt Dunkel die Begeisterung der Schüler. „Trotzdem, das war für uns alle eine verdammt intensive Arbeitswoche!”, fasst er die letzten Tage zusammen. „Ohne die tatkräftige Unterstützung hätten wir dieses Projekt nicht durchziehen können.”

Damit in der Turnhalle überhaupt eine Atmosphäre wie im Zirkuszelt entstehen konnte, wurden die riesigen Fenster von städtischen Bauhof-Mitarbeitern mit schwarzer Folie abgeklebt. Erst so war es möglich, das Geschehen in der Manege durch Lichteffekte zu begleiten. Neben Lehrer-Kollegium und Betreuungs-Team der Ganztagsschule fanden sich noch ein Dutzend Eltern, die das Zirkus-Projekt aktiv begleiteten.

Bereits bei der 90-minütigen Generalprobe zeigten sich die kleinen Artisten in Höchstform. Gekonnt formierten sie sich zu zweistöckigen Pyramiden - schließlich hatten sie in den vergangenen Tagen erfahren, dass man sich auf den Nebenmann verlassen kann.

Ein ehrfürchtiges Raunen ging durchs Publikum, wenn hoch konzentrierte Fakire über Glasscherben schritten oder sich auf ein bedrohlich glänzendes Nagelbrett setzten.

„Aua!”, schrie in dem Moment ein kleiner Knirps, der vor Aufregung die Fäuste ballte. Bunte Clowns stolperten in die Manege und feuerten einen Artisten an, der vergeblich versuchte, eine leere Flasche auf einem Stock zu balancieren?

Mit assoziativer Musik unterstrich das „Zapp-Zarap”-Team die Auftritte der Nachwuchsartisten. Da schnurrten die Diabolos zu anfeuernden Trommelklängen des Safri Duos und Balance-Nummern auf Rollen und Brettern wurden passend zum Thema mit „Surfing in the USA” unterlegt.

Hochspannung kam auf, als sich eine Erstklässlerin todesmutig in eine grüne Kiste wagte, die anschließend mit scharfen Schwertern durchstoßen wurde. Putzmunter sprang die Kleine nach der spannend inszenierten Nummer wieder in die Manege zurück.

Stille herrschte auch beim letzten Programmpunkt. Einige Mini-Artisten kletterten an roten Tüchern Richtung Hallendecke und zeigten in luftiger Höhe akrobatische Kunststücke. „Es ist unglaublich, was die Kinder in der kurzen Zeit gelernt haben!”, staunte Feuerwehrmann Theo Latz, der bei der Generalprobe besonders die kleinen Feuerspucker im Auge hatte.
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