Mit Gold zu glänzenden Noten

Von: Stephan Johnen
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Düren. Alter Zahnersatz hat es in sich: Gold, Palladium, Platin und Silber beispielsweise. Auf einen Zahn heruntergebrochen, ist der Wert der verarbeiteten Edel- und Industriemetalle überschaubar. Doch nach einer elfmonatigen Sammelaktion der Dürener Zahnärzte kam nach dem Einschmelzen der Legierungen eine stolze Summe zusammen.

Mit 57000 Euro wird die Regionale Initiative Dürener Zahnärzte (RIDZ) in diesem Jahr erneut sozial engagierte Vereine in Stadt und Kreis unterstützen. Zum zehnten Mal haben die Ärzte mit Hilfe ihrer Patienten alten Zahnersatz versilbert. Einen ersten Scheck über 4000 Euro überreichte RIDZ-Vorsitzender Dr. Werner Zywzok an das Lernprojekt „Schüler helfen Schüler” des Sozialdienstes katholischer Frauen in Düren.

„Der Goldpreis ist uns entgegengekommen. Aber ein ganz besonderer Dank gebührt der Bevölkerung, die uns den alten Zahnersatz für unsere Aktion überlassen hat”, sagte Werner Zywzok bei der Überreichung der Spende im Jugendhilfezentrum des Sozialdienstes. Mit der Summe kann ein Jahr lang ein Nachhilfeprojekt gefördert werden, bei dem Schüler anderen Schülern unter die Arme greifen.

Vor einem Jahr hat der Sozialdienst ein Angebot ins Leben gerufen, das sich an Jugendliche aus Jugendhilfemaßnahmen, aus Wohngruppen und an sozial benachteiligte Schüler wendet, die schulische Schwierigkeiten bis hin zur Versetzungsgefährdung haben.

Während es für Grundschüler zahlreiche ehrenamtliche Nachhilfemöglichkeiten gibt, gestalte sich die Suche nach einem Angebot für Schüler an weiterführenden Schulen als schwieriger, berichtet Projektkoordinatorin Vera Mergenschröer.

Gegen eine geringe Aufwandsentschädigung unterrichten seitdem fünf Oberstufenschüler zweimal in der Woche zwei Stunden lang 19 „Kollegen” aus den Klassen 6 bis 11. Die notwendigen Fördermaterialien hat der Sozialdienst angeschafft.

„Es hat sich als gut herausgestellt, bei den âLehrernÔ auf Gleichaltrige zu setzen. Sie sprechen die Jugendsprache und sind nah an den Themen und Problemen dran”, sagt der pensionierte Soldat Gerd Flucht, der den Unterricht ehrenamtlich koordiniert. Die Nachhilfe soll weitestgehend an den Bedarf der einzelnen Schüler angepasst werden, erste Erfolge zeichneten sich bereits ab.

„Wir sind für die Nachhilfeschüler aber mehr als Lehrer”, berichtete Oberstufenschülerin Anna Taeter den Zahnärzten bei ihrem „Unterrichtsbesuch”. So stehen manchmal auch Erlebnisse, Sorgen und Nöte auf der Tagesordnung, die die Jugendlichen verbinden. Es soll übrigens auch schon vorgekommen sein, dass die Lehrer selbst den Unterrichtsstoff auffrischen mussten - und vom eigenen Nachhilfeangebot auch schulisch profitiert haben.
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