Nideggen - Mit flinken Fingern helfen Nideggens „flotte Socken“

Mit flinken Fingern helfen Nideggens „flotte Socken“

Von: Bruno Elberfeld
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Die „Flotten Socken“ überreichten Maria Scheeren (7.v.r.) einen Scheck über 1000 Euro für den „Topf für unbürokratische Hilfe“. Foto: bel

Nideggen. Dass Geben seliger sein kann als Nehmen, bewies die Damenriege der „Flotten Socken Nideggen“. Sie überreichte Maria Scheeren einen Scheck über 1000 Euro. Maria Scheeren, hauptamtlich im Sozialamt der Stadt Nideggen tätig, verwaltet einen so genannten „Topf für unbürokratische Hilfe“.

Sie macht das ehrenamtlich. Und diese ehrenamtliche Tätigkeit hat mit dem Sozialamt nichts zu tun. Jedoch kennt Maria Scheeren wegen ihrer beruflichen Tätigkeit viele ältere Menschen im Stadtgebiet, die Not leiden.

„Das kann doch nicht sein“, hört sie immer wieder Mitbürger, die annehmen, dass Sozialhilfe, Rente oder Hartz IV die Menschen in jedem Fall gut leben lassen. Doch das sei in vielen Fällen nicht so. Wenn ein Rentner, eine Rentnerin nur ein paar Cent über dem Regelsatz von 382 Euro pro Haushaltungsvorstand liegen oder gar ein altes Häuschen besitzen, gebe es Abzüge. Maria Scheeren kann von vielen Tragödien erzählen, die sich mitten in unserer Wohlstandsgesellschaft abspielen.

„Die meiste Arbeit ist es“, berichtet Maria Scheeren, „die Menschen davon zu überzeugen, die unbürokratische Hilfe anzunehmen.“ Oft wollen sie nicht mit dem Sozialamt und der Sozialhilfe in Verbindung gebracht werden, weil sie sich genieren. Da müssen Brennmaterial, Lebensmittel oder der warme Wintermantel aus der Kleiderkammer beschafft werden. Oft können notwendige Reparaturen im Haus nicht in Angriff genommen werden, weil das Geld dafür nicht da ist.

Genaue Angaben über die Zahl der Bedürftigen im Stadtgebiet von Nideggen liegen nicht vor. „Es werden wohl um die 20 Prozent der alten Menschen sein“, wagt Scheeren eine grobe Schätzung. Und wie jedes Jahr sind dann die Damen der „Flotten Socken“ mit ihrem Scheck eine willkommene Hilfe. Seit elf Jahren treffen sie sich einmal in der Woche in der Familienbildungsstätte Maria Goretti und stricken Socken in allen Größen und Farben.

Das Engagement der Damen richtet sich zu allererst auf die Hilfe im sozialen Bereich. Im November vergangenen Jahres bedachte man das „Hospiz Rureifel“ schon mit 200 Euro. Eine alleinstehende Mutter erhielt 192 Euro in diesem Januar. Die Frauen betrachten das gemeinsame Stricken aber auch als ein geselliges Ereignis, das viele Freundschaften entstehen lässt. Verkauft werden die Socken in der Podologiepraxis Andrea Baur in Nideggen und bei „Schotten-Klamotten“ in Berzbuir. Doch auch bei jeder Strickerin können Socken gekauft werden. Wenn jemand Fragen hat, steht Steffi Krischel unter Telefon 0157/75797570 mit Rat und Tat zur Verfügung.

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