Mit einer Krücke auf den eigenen Vater eingeprügelt

Von: Wolfgang Schumacher
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Marcus N. ist angeklagt, weil er seinen Vater mehrfach geschlagen, ihn bedroht und fortlaufend beschimpft haben soll. Symbolbild: dpa

Aachen/Niederzier. Wütend fuhr der junge Mann auf der Anklagebank den Zeugen vor der 8. Großen Strafkammer am Landgericht Aachen an. Der Zeuge solle doch nicht „so einen Quatsch“ reden, erklärte er aufgebracht. Der Ältere auf dem Stuhl saß nur etwa zwei Meter entfernt und ist der Vater des wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung angeklagten Marcus N. (28) aus Niederzier.

„Ich sehe schon, aus Ihnen beiden werden keine Freunde mehr“, versuchte Richter Hans-Günter Görgen die Fehde mit einem Schuss Humor zu beschwichtigen.

Angeklagt ist Marcus N. weil er seinen Vater mehrfach geschlagen, ihn bedroht und fortlaufend beschimpft haben soll, solange, bis der damals 63 Jahre alte Mann zur Polizei ging und dafür sorgte, dass sein Sohn Ende Januar Handschellen angelegt bekam und nun in U-Haft sitzt. „Der gehört in die Psychiatrie“, meinte der Vater in Richtung seines Sohnes, den er mit seiner Ehefrau in Kenia, Berlin und im Rheinland großgezogen hatte. Und er sagte: „Ich habe nur noch Angst vor meinem Sohn“.

Warum die Fehde so eskalierte, erschloss sich auch nach der Aussage des Vaters nicht. Wortfetzen mit Vorwürfen aus der Familiengeschichte flogen hin und her, ein richtiges Gesamtbild des Konfliktes war nur schwer zu erkennen. Auf jeden Fall soll Sohn Marcus den Vater zuerst im Jahr 2014 mit einem Messer bedroht und Schläge angedroht haben. Bei einem weiteren Vorfall habe er ihn geschubst, so dass der Vater hinfiel und sich verletzte.

Das bestritt der Sohn. Sein Vater habe sich extra hinfallen lassen, sagte er. Es folgten weitere Übergriffe, so schwer, dass der Vater sich nach dem letzten Mal am 25. Januar sogar in einem Heim versteckte, um dem Zorn seines Sohnes zu entgehen. Der Sohn prügelte laut Anklage auf den Vater mit einer Krücke ein. Das Opfer hatte sich auf ein Bett geflüchtet.

Bei dem Vorfall am 25. Januar schlug der 28-Jährige auch mit einem Hartgummifuß zu, so dass der Vater eine geplatzte Unterlippe zurückbehielt, zusätzlich wurden ihm Knochen in der Hand gebrochen. Diese letzte Tat räumte der Angeklagte am Dienstag ein, die Beleidigungen gegenüber einem Polizeibeamten bei der Festnahme nicht. Warum alles so eskalierte, soll der zweite Verhandlungstag am 12. Mai (9 Uhr) im Landgericht zeigen.

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