Mit einer Kettensäge der eigenen inneren Unruhe begegnen

Von: Bruno Elberfeld
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Jan Albers, Dahlmann-Preisträger 2013, vor einem seiner Werke im Leopold-Hoesch-Museum. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Gleich drei Ausstellungen wurden jetzt im Dürener Leopold-Hoesch-Museum eröffnet: eine große Gemäldeschau mit Werken alter Meister aus Dessau, Arbeiten aus Düren und parallel dazu hochmoderne, zeitgenössische Objekte von Jan Albers, der von Professor Nicolaus Dahlmann, den diesjährigen „Dahlmann Preis“ erhielt, der alle zwei Jahre ausgelobt wird.

Alte Meister und moderne Kunst

Betritt der Besucher die Räume, in denen die alten Meister deutscher, flämischer und niederländischen Herkunft hängen, kann er sich eines Staunens nicht erwehren. Ehrfurcht lässt ihn seine Schritte verzögern. Goldfarben hängen sie da, dezent ausgeleuchtet bis in die letzte Ecke, und warten auf die Bewunderung. Allein die kunstvollen Rahmen beeindrucken, sind jedoch nicht aufdringlich, sondern es passt einfach alles zusammen , das müssen selbst Liebhaber der zeitgenössischen Kunst eingestehen. Es sind 100 Meisterwerke von der Renaissance bis zur Moderne, die die „Anhaltische Gemäldegalerie Dessau“, beheimatet im Schloss Georgium, dem Dürener Museum zur Verfügung gestellt hat. Düren ist die dritte Station der Ausstellung. Die Gemälde zeigen Porträts, Landschaften und Genrestücke. Die Maler erzählen, wie Menschen in ihrer Zeit, in ihrem Umfeld gelebt haben.

Doch auch das Leopold-Hoesch-Museum hat seine „Schätze“ hervorgeholt und zeigt Werke alter Meister aus den eigenen Beständen. Dr. Renate Goldmann, Leiterin des Museums, nahm bei ihrer Rede die Gelegenheit wahr, um Paten zu werben, die bereit sind, das eine oder andere beschädigte Kunstwerk aus dem Bestand restaurieren zu helfen.

Renate Goldmann, der Dürener Bürgermeister Paul Larue, der Direktor der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, Dr. Norbert Michels, und andere Gratulanten sehen in dem Aufeinandertreffen der alten Meister aus Dessau und Düren eine Bereicherung für die Stadt und ihr Umland.

Hinzu kommt natürlich der glückliche Umstand, dass Jan Albers, ein zeitgenössischer Künstler, einige seiner Werke im Museum präsentiert. Er stellt seine Objekte unter dem geheimnisvollen Namen „cOmeclOse“ aus. Hinter Glas oder Kunststoff, stilvoll angerichtet, erkennt der Museumsbesucher Landschaften in kräftigen Farben. Einige erinnern an Meeresrefugien für Fische und Krebse bei Ebbe.

„Ich arbeite aus einer inneren Unruhe heraus“, verrät der Künstler seinen Antrieb. Um der Unruhe Herr zu werden, schafft Albers zuerst das Chaos mittels einer Kettensäge, mit der er Kunststoff in Einzelteile zerfleddert.

Diese in ihrer Größe unterschiedlichen Teile klebt er auf, bringt sie in eine Ordnung, die er dann mit Farbe besprüht. Seine Ausstellungsstücke sind wie ein Parcours angeordnet, den man durchlaufen muss.

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