Mit einem Masterplan soll Kreuzau „wachgeküsst“ werden

Von: Carsten Rose
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Brauhaus auf Zeit: Die Gemeinde hat das Gebäude an der Mühlengasse inklusive der rückseitig liegenden ehemaligen Brauerei gekauft. Foto: Rose
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Beide Immobilien sollen abgerissen und die Mühlengasse verbreitert werden, so dass mehr Platz für Lkw ist. Bauleitplaner ist David Gottstein. Foto: Rose
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Bald der zentrale Platz Kreuzaus? Der Hof der Grundschule (im Hintergrund) soll teilweise zum öffentlichen Raum gehören. Foto: Rose

Kreuzau. Der Zentralort müsse „wachgeküsst“ werden und so sein Potenzial freilegen, findet David Gottstein. Helfen soll dabei: der Masterplan. Gottstein ist für die Bauleitplanung in der Gemeinde verantwortlich und arbeitet vor allem nach Ideen aus der Bevölkerung seit geraumer Zeit mit einem Planungsbüro daran, wie das Zentrum aufgewertet werden soll.

Am kommenden Dienstag, 17. Oktober, werden die ersten Pläne den Bürgern vorgestellt ( Infobox). Sie werden Antworten auf folgende Fragen bekommen:

Was passiert mit Leo‘s Brauhaus an der Mühlengasse?

Die Gemeinde hat das Gebäude samt der ehemaligen Brauerei sowie die anliegende Fläche bis zur Kreuzung mit der Hauptstraße erworben (insgesamt rund 4000 Quadratmeter). Den Kaufpreis nennt die Gemeinde nicht. David Gottstein erklärt zu dem „sehr wichtigen Puzzlestück“ im Masterplan: „Wir wollen das Areal an einen Investor, der den Abbruch finanziert und Neubauten realisiert, weiterverkaufen.“ Dass die Gemeinde zügig einen Investor findet, steht für Gottstein außer Frage. Vor allem, weil Wohnungen gebraucht werden.

In Gottsteins Schublade liegen mehrere Entwürfe für die zukünftige Nutzung – in Stein gemeißelt ist jedoch noch nichts. Fest steht, dass neue Wohnungen entstehen sollen, die wie ein Quartier mit hofähnlichen Grünanlagen angelegt werden könnten. Wie viele Wohnungen beziehungsweise Gebäude gebaut werden sollen, ist noch offen. Dienstleistungsgeschäfte könnten an der Mühlengasse angesiedelt werden. „In erster Linie geht es darum, generelle Ideen zu präsentieren und zu diskutieren“, sagt Gottstein.

Wenn abgerissen und umgebaut wird, soll – wie schon lange überlegt – die Mühlengasse verbreitert werden. Dort ist es aufgrund des hohen Lkw-Aufkommens sehr häufig zu Unfällen (mit Blechschäden) gekommen.

Bekommt die Ortsmitte einen zentralen Platz?

Das ist geplant. Zur Diskussion steht, dass der Schulhof der Grundschule an der Hauptstraße teilweise öffentlich wird. Auch hier ist die konkrete Ausführung noch offen. Aber: „Wir stellen uns vor, dass der Platz auch für Open-Air-Konzerte und Veranstaltungen von Vereinen genutzt werden kann.“

Wird es bald einen Drogeriemarkt geben?

Wenn die Pläne verwirklicht werden: ja. Und zwar sichtbar am Windener Weg, also nicht so versteckt wie der aktuelle Rewe-Getränkemarkt. „Die Lage an der Straße ist für Interessenten sicherlich ansprechender“, sagt Gottstein, der ergänzt, dass der Getränkemarkt dann ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht würde. Neue Wohngebäude sind in dem Bereich auch geplant.

Welches versteckte Potenzial soll noch genutzt werden?

Gottstein denkt an eine „Ruroase“ in der Umgebung der Pfarrkirche St. Heribert. Dieser Ort liege versteckt und müsse attraktiver werden. „Manche Orte und Städte wie Aachen lecken sich die Finger nach Mühlenteichen, wie wir sie haben.“ Erste Zeichnungen, wie die Umgebung gestaltet werden soll, werden am Dienstag gezeigt.

Kann Kreuzau vom Projekt Ruruferradweg, in das die EU, das Land und der Kreis Düren 4,7 Millionen Euro investieren wollen, profitieren?

Das hofft Gottstein. „Ich träume zwar nicht von einem Hotel, aber die Fahrradfahrer sollen den Ort, durch den sie fahren, wahrnehmen. Das ist heute noch nicht so.“ Im Radtourismus liegen Chancen, meint Gottstein. Gastronomen etwa könnten sie nutzen, wenn sie Ladestationen für E-Fahrräder anbieten würden.

Bleiben die Bürger am Prozess beteiligt?

„Ja, definitiv“, sagt David Gottstein. „Wenn es an die Details geht, werden wir ein Bürgerforum pro Jahr anbieten – vielleicht auch mehrere.“

Wann werden die Pläne umgesetzt, und was kostet das Ganze?

Genaue Termine kann die Gemeinde noch nicht nennen, festgelegt ist nur der Zeitrahmen: Von 2018 an sollen die Maßnahmen binnen maximal sechs Jahren umgesetzt werden. Die Kosten sind mit 6,7 Millionen Euro kalkuliert. Dank Fördermitteln müsste die Gemeinde davon etwa 2,3 Millionen Euro aufbringen. Der nötige Antrag auf Förderung soll bis zum Ende des Jahres eingereicht werden. In der nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 18. Oktober, 19 Uhr, wird das zuständige Planungsbüro die einzelnen Kosten erläutern.

Gottstein: „Mit knapp sieben Millionen Euro an Investitionen kommen wir vergleichsweise günstig weg. Das zeigt, dass wir nicht alles auf links drehen müssen.“

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