Hürtgenwald - Mit der Zunge in der Kette zum Sieg

Mit der Zunge in der Kette zum Sieg

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In einer fünfköpfigen Ausreißergruppe, die das Steinfurter Abendrennen bestimmte, hatte Jan van Puyvelde (l.) am Ende knapp die Nase vorn und gewann mit einem Punkt Vorsprung.

Hürtgenwald. Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein wahrlich spannender, manchmal sogar verwirrender Rennverlauf - das erste Jubiläum des Steinfurter Abendrennens hatte nach drei mageren Jahren endlich mal wieder den Sonnengott auf seiner Seite.

Mit dem Platz auf dem Treppchen, den sich der Veranstalter RSV Friedenau, erhofft hatte, wurde es allerdings nichts. Jan van Puyvelde vom Drössiger PZ Racing Team Hürtgenwald stand nach 78,75 Kilometern (75 Runden) des Hauptrennens der Eliteklasse ganz oben auf dem Podest. Er hatte 18 Punkte bei dem als Kriterium ausgetragenen Rennen auf seinem Konto vereint. Der zweitplatzierte Henrik Albinus (SC Wiedenbrück) kam auf 17, der Dritte, Christoph Haxsen (Team SWB), folgte mit neun.

„Rundengewinn geht vor Punktgewinn”: Diese Formel hörte man bei der 25. Auflage des Abendrennens vom Moderator mehr als nur einmal, als ein Drittel des Rennens absolviert war. Bis dato hatte eine Fünfergruppe mit Jan van Puyvelde das Geschehen auf dem Kopfsteinpflaster des Stemmerter Marktes dominiert. Diese Fünf hatten sich vom Feld absetzen können und bauten ihren Vorsprung aus.

Ein packendes Rennen um die Punkte lieferten sich dabei Albinus und van Puyvelde, Haxsen kam noch ganz gut mit, aber die beiden anderen hatten sichtlich Mühe. Mit einem Schnitt von 45 Stundenkilometern wurde das Rennen gefahren.

Als die Fünfergruppe schließlich das Feld einholte und reinfuhr, war klar, dass hier auch der Sieger zu finden sein würde. Allerdings, wer gewinnen wollte, konnte sich nicht auf seinem Kontostand ausruhen. Knapp war es zwischen Albinus und van Puyvelde, Letzter lag in Führung. Albinus musste also nach vorn, wenn er den Sieg holen wollte. Umgekehrt musste van Puyvelde dranbleiben, wenn er ganz oben auf dem Treppchen stehen wollte.

Da bei einem Kriterium, in dem es acht Wertungsrunden mit fünf, drei, zwei und einem Punkt gibt, die letzte Runde doppelt gewertet wird, wurde diese natürlich äußerst spannend. Im Ziel der letzten Runde riss Albinus die Arme hoch und wähnte sich als Sieger. Er hatte zwei Punkte geholt, verdoppelt vier, insgesamt 17. Was er offensichtlich nicht mitbekommen hatte, war, dass van Puyvelde knapp hinter ihm lag, die Zunge zwar schon in der Kette, aber er hatte den einen Zähler, doppelt gewertet zwei, gesammelt und war damit einen Punkt vor seinem Konkurrenten.

Nur in der C-Klasse eingestuft

Nachdem van Puyvelde die beiden letzten Jahre in Belgien unter Vertrag gestanden hatte, kam er dieses Jahr zurück nach Deutschland und könnte sicher vom Potenzial her direkt in der A-Klasse starten. Jedoch der Bund Deutscher Radfahrer stellte ihm nur eine Lizenz für die C-Klasse aus, was er zwar hinnahm, aber auch gleichzeitig ankündigte sich dort nicht lange aufhalten zu wollen. Dies bewies er dann auch sofort mit seinem Sieg Anfang der Saison in Ahrweiler und nun in Steinfurt. Dort fuhr er sich wieder in die A-Klasse. Das gute Mannschaftsergebnis der Hürtgenwalder rundeten Tim Klessa auf dem 6. und Leon Schachtner auf dem 9. Platz ab.
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