Mit der Gastfamilie in die fremde Kultur eintauchen

Von: Sarah Maria Berners
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Nach dem Abi ins Ausland: Am 23. Juli fliegt Janine Lüth für ein Jahr nach Bolivien. Foto: smb

Hasenfeld/Sucre. Schon in der Grundschule hat Janine Lüth „Los Massis“ kennengelernt, das folklorische Musikensemble aus der Stadt Sucre in Bolivien. Damit geht es der 18-Jährigen aus Hasenfeld wie vielen anderen Schülern aus der Region, die über den Verein „Bolivien-Brücke“ die Musiker und damit das kulturelle Erbe des südamerikanischen Landes kennengelernt haben.

Viele Jahre später, Janine Lüth hat als G8-Schülerin gerade Abitur gemacht, schließt sich der Bogen. Für die 18-Jährige war klar, dass sie nach dem Abi ins Ausland gehen möchte, nach Südamerika, um genauer zu sein. Und da kam die Bolivien-Brücke – ein Verein aus dem Raum Düren, Jülich, Eifel – erneut ins Spiel.

Denn er vermittelt junge Menschen in den Bundesfreiwilligendienst nach Bolivien. Und so wird Janine Lüth am 23. Juli in den Flieger steigen und sich ihrem Ziel, dem Centro Cultural Massis, nähern. Das bietet zurzeit etwa 100 Kindern und Jugendlichen Unterricht und Übungsmöglichkeiten in Musik und Tanz ihrer indianischen und mestizischen Kultur. Viele Kinder stammen aus sozial und finanziell schwierigen Verhältnissen.

Janine Lüth wird in der Verwaltung helfen sowie Kinder und Jugendliche betreuen. Das hat sie auch in ihrer Heimat schon länger gemacht: Sie hat die Messdiener in Heimbach geleitet und Ferienfreizeiten des Stadtjugendrings begleitet. Und musikalisch ist sie auch bestens vorbereitet, schließlich spielt sie seit vielen Jahren Klarinette und Klavier. „Das Projekt in Bolivien passt gut zu mir“, sagt die Schülerin. Sie freut sich, neue Instrumente kennenzulernen.

Schon seit der Mittelstufe wollte die Schülerin „etwas Soziales“ machen. „Work and Travel“ oder eine Zeit als Au-pair-Mädchen seien zwar sicher auch sehr schön, kamen für sie aber nicht infrage: „Ich möchte nicht nur etwas für mich tun, sondern auch anderen etwas geben, denen es weniger gut geht.“

Darüber hinaus freut sie sich natürlich, eine neue Kultur, andere Menschen, ein anderes Land zu erkunden. Außerdem ist es ihr wichtig, Spanisch zu sprechen und die Schulkenntnisse zu vertiefen. „Deswegen werde ich auch in einer Gastfamilie leben“, sagt sie.

Schließlich sei man so in das Alltagsleben der Bolivianer eingebunden und lerne wirklich kennen, wie die Menschen leben und wie sie zum Beispiel kochen. Janine Lüth will ganz in die fremde Kultur eintauchen. Wenn ihre Familie zu Besuch kommt, will sie diese daran teilhaben lassen. Und die Abiturientin will die Zeit auch nutzen, um das Land und die Nachbarländer Peru und Brasilien zu erkunden. Die Reiseführer waren eine spannende Lektüre.

Mehr Infos zum Verein Bolivien-Brücke und zum Freiwilligendienst gibt es auf www.bolivien-bruecke.de. Der Verein sammelt Spenden für seine Projekte in Südamerika.

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