Kelz - Mit den Karts aus Kelz Meister werden

Mit den Karts aus Kelz Meister werden

Von: Burkhard Giesen
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Eigenes Team, eigene Karts, eigene Werkstatt in Kelz: Klaus Valier schickt junge Fahrer zu den Rennen der Deutschen Kartmeisterschaften und den ADAC-Masters – und das mit Erfolg.
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Eigenes Team, eigene Karts, eigene Werkstatt in Kelz: Klaus Valier schickt junge Fahrer zu den Rennen der Deutschen Kartmeisterschaften und den ADAC-Masters – und das mit Erfolg.

Kelz. Wenn Klaus Valier versucht zu erklären, welchen Reiz das Kartfahren hat, gibt es eine Kurz- und eine Langversion: „Sie müssen ein Gefühl für das Kart haben, wissen, wann sie einzulenken haben, wie spät man abbremsen muss, wann zu beschleunigen ist. Immerhin wird man bis zu 180 km/h schnell. In den Kurven und beim Beschleunigen wirken enorme Kräfte, da muss man schon fit sein.“ Die Kurzversion ist noch eingängiger: „Ich bin einfach motorsportverseucht.“

Klaus Valier stammt aus Bayern, seit seinem 13. Lebensjahr fährt er Kart, heute mit 54 Jahren leitet er das Rennteam Valier Motorsport, das seit Ende 2016 in Kelz angesiedelt ist. Fünf Fahrer gehören zum Team, darunter zwei 14 und 19 Jahre alte Frauen. Letzteres ist bei so einem kleinen Team eher untypisch. Gestartet wird bei den ADAC-Masterrennen und natürlich bei der Deutschen Kartmeisterschaft (DKM) in den verschiedenen Altersklassen.

Bei einem Team, das über ganz Deutschland verstreut ist – nur ein Fahrer stammt aus der Region – ein hoher organisatorischer Aufwand, den Teamleiter Klaus Valier neben seinem Job bewältigen muss, zumal die Rennen nicht mal eben nur auf der Bahn in Kerpen ausgetragen werden, sondern Anfahrten bis Wackersdorf oder ins italienische Lonato in Kauf genommen werden müssen.

Der besondere Reiz der DKM: „Die Deutsche Kartmeisterschaft wird international ausgeschrieben, so dass Fahrer aus ganz Europa teilnehmen. Von der Qualität her ist das wie eine Europameisterschaft“, erklärt Valier, der 2015 nach einer Pause wieder mit einem eigenen Team in den Kampf um vordere Plätze eingestiegen ist und sich in der ersten Saison so beachtlich etablieren konnte, dass man im komenden Jahr um den Titel mitfahren will.

Zahlreiche Titel

Zurückgreifen kann Valier auf Sponsoren und die Unterstützung von Herstellern. Seine Karts werden mit Motoren der französischen Marke Sodi bestückt, das Tuning übernimmt die Firma FAE Motorentechnik aus Erkelenz. „Mit denen arbeiten wir sehr eng zusammen und profitieren vor allem auch von den kurzen Wegen.“ Und noch etwas hilft: Der Name Valier ist eng mit dem Motorsport verknüpft. Er selbst hat in seiner aktiven Zeit zahlreiche Titel gewonnen, sein Sohn Manuel hat die Serie fortgesetzt und schrammte 2014 bei der DKM zum Abschluss der Saison nur haarscharf an einem Platz auf dem Siegertreppchen vorbei.

Der Name bürgt also für Erfolge und sorgt dann auch schon mal dafür, dass Motorsportbegeisterte plötzlich vor der Tür in Kelz stehen. Valier: „Neulich war noch ein Student hier, der um die Ecke wohnt und bei uns einfach nur in der Werkstatt schrauben und uns so helfen wollte.“ Und das jetzt auch tut.

Das ist es vielleicht, was der 54-Jährige mit „verseucht“ meint: Man muss vom Motorsport infiziert sein, den Geruch von Benzin und Öl wie die Luft zum Atmen benötigen, die Motorengeräusche als Musik empfinden. Dann spielt es auch keine Rolle mehr, dass der Motorsport für die jungen Fahrer ein teures Vergnügen ist. Klaus Valier: „Natürlich ist das finanzielle Engagement abhängig davon, in welchen Rennen man startet. Aber ohne einen Sponsor landet man schnell bei einer nicht kleinen fünfstelligen Summe.“

Klaus Valier ist ehrgeizig, wenn er denn schon mit einem eigenen Team an den Start geht: „Natürlich wollen wir die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Wenn wir den Anspruch nicht hätten, könnte ich auch zu Hause auf dem Sofa liegen.“ Das Sofa steht in Sievernich, wo die Lebensgefährtin von Valier lebt.

Sie ist der Hauptgrund, warum der Bayer ins Rheinland gezogen ist und sich mit seinem Motorsportteam im beschaulichen Kelz angesiedelt hat. Kennengelernt hat man sich – wie sollte es anders sein – auf einer Kartrennbahn...

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