Inden/Altdorf - Mit dem Planwagen zum Tagebau

Mit dem Planwagen zum Tagebau

Von: bw
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Wie der Indener Tagebau funktioniert haben jetzt die Teilnehmer einer Exkursion erfahren. Mit einem Planwagen fuhren sie verschiedene Aussichtspunkte an. Foto: bw

Inden/Altdorf. Der Tagebau Inden prägt schon seit Jahrzehnten das Gebiet zwischen dem Lucherberger See und Kirchberg und wird auch in Zukunft eine veränderte Landschaft hinterlassen. Besonders eindrucksvoll lässt sich das Fortschreiten der Abbauarbeiten von den Aussichtsplattformen des Indemanns verfolgen.

Nun gab es erstmals die Möglichkeit, den Tagebau aus einer anderen Perspektive zu begutachten. Unter der Leitung von Indelandgästeführer Gerd Kriebel hat eine Erkundung des Tagebaus aus einem Planwagen heraus stattgefunden. Josef Meyer vom Meyerhof in Boslar hatte den von einem Traktor gezogenen Wagen für diese Exkursion zur Verfügung gestellt und eine Gruppe Interessierter, zu der auch der Linnicher Bürgermeister Wolfgang Wittkopp gehörte, konnte sich ein Bild machen, wie der Tagebau im Einzelnen funktioniert und wie die Landschaft nach dem Braunkohleabbau wieder rekultiviert wird.

Los ging es auf dem Parkplatz vor dem Indemann, wo Kriebel anhand von Schautafeln das Aussehen des Tagebaus erläuterte und alle Gäste mit einem Gläschen „Indemännchen“-Likör zur Exkursion begrüßte. „Ich freue mich, Sie vor dem Indemann, dem Wahrzeichen des Indelandes, zu begrüßen und werde Ihnen heute zeigen, wie der Rheinische Tagebau funktioniert“ erklärte Kriebel zur Einleitung. Unter anderem konnten die Zuhörer erfahren, dass der Indener Tagebau zwar der kleinste der drei Tagebaue ist, aber dass er aufgrund der Tatsache, dass er selbst dort viele Jahre gearbeitet habe, für ihn der Schönste sei.

Die Goltsteinkuppe, auf der heute der Indemann steht, ist vor circa 60 Jahren aus Abraum aus dem Tagebau Inden aufgeschüttet worden und ist mittlerweile einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Umgebung. Pro Tag werden allein in der Indener Grube 70.000 Tonnen Braunkohle abgebaut, die per Förderband zum Kraftwerk Weisweiler transportiert werden. Dies entspricht in etwa der Ladung von 7000 Lkw. Wesentlich größer ist die Fördermenge in Hambach und Garzweiler – alle drei Tagebaue liefern pro Jahr mehr als 100 Millionen Tonnen Braunkohle, mit der zahlreiche Kraftwerke der Umgebung beliefert werden.

Bis 2030 soll in Inden Kohle gefördert werden, wobei die Abbautiefe aufgrund der schrägen Lage des Kohleflözes bis auf 240 Meter steigen wird. Derzeit bauen fünf Bagger die Erd- und Kohleschichten ab, während auf der anderen Seite der Grube fünf Absetzer die Erde nach dem Abbau wieder auffüllen. Später wird das Land rekultiviert, dort soll ein See entstehen.

„Wir haben im Tagebau leider sehr häufig Probleme mit der großen Menge anfallenden Staubes und deshalb werden die Straßen, die durch die Grube führen, bewässert und durch eine Bepflanzung mit Gras in den oberen Abbausohlen der Staub bestmöglich gebunden“, erklärte Kriebel. Zur Sicherheit gegen abrutschende Erdschichten ist ein optisches System aus Pfählen mit Reflektoren installiert worden, welches regelmäßig von einem Computer überwacht wird und sofort Alarm schlägt, wenn ein Sensor fehlt oder verrutscht ist. Die Pfähle müssen öfters versetzt werden, da der Tagebau in einem Jahr rund 600 Meter voranschreitet.

Während der Fahrt erklärte Kriebel, wie durch das Aufschütten verschiedener Schichten aus Sand, Kies oder Ton durch die Absetzer die Grundlage für die Rekultivierung gelegt wird. Insgesamt dauert dieser Prozess rund sieben Jahre. Anhand der umgeleiteten Inde, die nicht mehr durch die Abbaugrube führt, sondern nun zwölf Kilometer um die Abbaugrube herum geleitet wird, zeigte er, wie hier ein neues Naturschutzgebiet mit Wanderwegen entstanden ist. Der Fluss kann sich hier uneingeschränkt sein Bett graben und mittlerweile seien hier auch wieder der Biber und der Eisvogel heimisch geworden.

Zum Abschluss stand die Lohner Kapelle auf dem Programm. Diese Kapelle wurde oberhalb der Inde errichtet und erinnert an die abgebaggerten Dörfer Lohn, Pützlohn, Erberich, Fronhoven, Langendorf und an das Rittergut Hausen. Die Erbauer wollten hiermit für die ehemaligen Bewohner dieser Orte ein Stück Heimat schaffen. Bei der Ankunft am Zielpunkt Indemann waren alle Teilnehmer der Exkursion begeistert.

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