Mit dem größten Papierschiff der Welt den Rekord knacken

Von: Sarah Maria Berners
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Kleine schwimmtaugliche Papierschiffchen können viele Menschen basteln. Das neue Weltrekordversuchsschiff ist 57 Mal so groß wie ein Schiff aus einem DIN A4-Blatt. Foto: stock/ITAR-TASS

Kreuzau/Oberhausen. Die Niederauer Mühle wird es vermutlich ins Guiness-Buch der Weltrekorde schaffen. Zumindest auf Umwegen. Denn sie hat das Papier zur Verfügung gestellt, mit dem der Weltrekordsammler Klaus Peter Beier aus Alpen am Niederrhein das größte Papierschiff der Welt gebaut haben will.

Die offizielle Anerkennung steht noch aus, das Verfahren ist im Gange. „Aber den Messungen zufolge ist der Rekord einer finnischen Studentengruppe geknackt“, erzählt Klaus Peter Beier. 3,50 Meter hoch ist das Schiff und 11,90 Meter lang. Gefaltet wurde es aus einer etwa 16 mal 12 Meter langen Papierbahn. Und die wurde aus Kreuzau nach Oberhausen ins Sea Life geschickt, wo die Aktion stattfand.

Die Kreuzauer Papierfabrik hat der Weltrekordsammler im Internet gefunden. Und bei Firmenchef Holger Autenrieb ist er auf offene Ohren gestoßen. Schließlich geht es nicht nur um einen Weltrekord, sondern auch um einen guten Zweck.

Mit der Benefizaktion hat der Alpener Geld für eine Einrichtung gesammelt, in der Kinder mit Rheuma behandelt werden. Immer wenn Klaus Peter Baier einen Weltrekord aufzustellen versucht, verbindet er das mit einer Spendensammlung. „Aber es ist schwer geworden, Firmen zu finden“, sagt er dankbar.

„Wir haben Herrn Beier gerne ein Röllchen 120-Gramm-Papier zur Verfügung gestellt“, sagt Holger Autenrieb. 200 Kilogramm hat das „Röllchen“ gewogen. Reichlich Papier für den Weltrekord.

„Mit Klebeband haben wir aus den Bahnen einen großen Papierbogen gemacht“, erklärt Klaus Peter Beier. Acht Mitstreiter hatte er für seinen Weltrekordversuch mobilisiert. Geübt hatten sie vorher in einer Turnhalle mit einem großen Papierbogen. „Und damit es reibungslos läuft, haben alle Zuhause emsig mit kleinen Schiffchen geübt. Schließlich musste jeder die Schritte genau kennen und wissen, welche Ecke wohin muss“, erklärt Beier.

Das 120-Gramm-Papier aus Kreuzau sei dafür perfekt gewesen. „Dickeres Papier kann man nicht gut falten. Dünneres Papier reißt zu schnell“, erklärt der 45-Jährige. Eine besondere Falttechnik gibt es für das überdimensionale Papierschiff übrigens nicht. „Gefaltet wird so, wie man es schon im Kindergarten gelernt hat.“

Wer schon mal ein Papierschiffchen gebaut hat, der kann sich vorstellen, wie kniffelig bei einem solchen Weltrekordversuch der Moment ist, in dem das auf dem Boden gefaltete Schiff aufgestellt und auseinanderzogen werden muss. „Der Freund meiner Tochter hat dafür ein Holzgestell gebaut, mit dem wir das Schiff aufrichten konnten“, schildert Beier. Keine leichte Arbeit, wenn man bedenkt, dass das große Papierschiff laut Beier 23 Kilogramm auf die Waage gebracht hat. Anders als die kleinen Papierschiffchen kann der „Tanker“ aber nicht schwimmen.

Beier ist davon überzeugt, dass sein Weltrekordversuch für gültig erklärt wird. Schon einmal war er eigenen Angaben zufolge Weltrekordhalter in dieser Disziplin. Und auch im Bierkastenstapeln und Achterbahnfahren habe er schon Rekorde aufgestellt.

„Andere Menschen wollen gerne Schützenkönig werden, ich stelle gerne Weltrekorde auf“, erklärt Beier. Das übriggebliebene Papier der Niederauer Mühle wird er übrigens Kindergärten zum Malen und Basteln zur Verfügung stellen.

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