Mit dem Fahrstuhl ins Mittelalter

Von: Bruno Elberfeld
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Bürgermeister Bert Züll (l.) und Investor Andre Marcone auf dem Gerüst des ersten Aufzugs, der vom ehemaligen Restaurant Burghof bis zum Wehrgang der Burg führt. Foto: Bruno Elberfeld

Heimbach. Eselskarren als Transportmittel sind in der Stadt Heimbach schon seit Jahrzehnten nur noch bei Festivitäten zu sehen. Das kleine Städtchen am Hengebach ist voll im Trend und setzt - um im Sprachbild zu bleiben - bald noch einen oben drauf.

Geschickt wird die mittelalterliche Burg in die Stadt integriert, liegt nicht mehr vor der Stadt, sondern kann über das Gelände des alten Burghofs über moderne Aufzüge erreicht werden.

Zwei Millionen Euro investiert

Insgesamt vier Aufzüge werden ab Ende August Menschen und Material auf die verschiedenen Ebenen verfrachten. „Das ist für Heimbach, die Burg und die vielen Gäste ein Gewinn”, zeigte sich Bürgermeister Bert Züll erfreut, „denn durch die Verbindung mit dem Restaurant Burghof ist das mittelalterliche Gebäude nicht mehr außen vor, sondern mitten in der Stadt.”

Andre Marcone, Investor aus Köln, betonte angesichts der Baufortschritte, dass man mit den angesetzten Kosten von zwei Millionen Euro wohl auskommen werde. Der Zeitplan werde trotz vieler unvorhergesehener Schwierigkeiten eingehalten, erklärte Architekt Peter Holdenried aus Heimbach-Hasenfeld optimistisch.

Alte Gebäude wie der Burghof von Anno 1599 bieten nach der Entkernung unter ihrer Fassade oft Überraschungen, die nicht vorhersehbar sind. Morsche Balken mussten ausgetauscht werden, die Holzböden lagen doppelt und dreifach. Die Besitzer hatten über die alten Fußböden einfach neue aufgebracht.

Und bei Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, ist nicht alles erlaubt, was machbar ist - und nach der Kostenrechnung vernünftig wäre. So musste und muss noch sehr viel Handarbeit geleistet werden. Da werkelt neben dem modernen Kranwagen oft der Arbeiter, der den Schutt mit dem Eimer aus den Räumen transportiert.

Arbeiten am Kunstmuseum

Die Eindrücke für den aufmerksamen Betrachter: Auf dem Gelände der Burg arbeitet ein disziplinierter Ameisenhaufen. Leitern und Gerüste werden bestiegen, Schuttrutschen transportieren neben Raupen Schutt und Geräte von einer Ebene zur anderen.

„Eine logistisch starke Leistung ist es”, findet der Mitarbeiter Ralf Jendrysiak von der Baufirma Herten & Sohn, „einen großen und modernen Fuhrpark an die schwierigen Bedingungen eines unebenen Geländes mit nur zwei kleinen Torbögen anzupassen.” Zumal die Stadt parallel zu den Arbeiten für das Internationale Kunstmuseum auch noch die Mauern der Burg saniert.
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